Zerbrochener Polarwirbel bringt extreme Kältewelle nach Deutschland

Bereits an diesem Wochenende verschärft sich die Wetterlage. Ein Ende ist nicht in Sicht. Weil der Polarwirbel zerbrochen ist, wird der Winter noch extremer. Uns stehen Kaltnächte bis minus 20 Grad bevor.

Wetterexperte Jan Schenk von „weather.com“ prognostiziert, dass der Extremwinter weiter anhält. „Anfang Januar ist der Polarwirbel in zwei Teile zerbrochen. Die Teile des Polarwirbels wurden vom Nordpol abgedrängt. Daher kommt es zu einer Störung der Luftströmungen im Nordatlantik und in der Arktis“, erklärte der Meteorologe gegenüber „Focus Online“. Das Wetterphänomen sorge dafür, dass „die kalten Luftmassen der Arktis sich in Bewegung setzen und in Richtung Mitteleuropa ausbrechen.“

Kältehöhepunkt um den 21. Januar
Den schlimmsten Kälteeinbruch erwartet der Wetterexperte um den 21. Januar. Doch auch danach sei kein Ende des Winters in Sicht. „Der erste Einbruch wird der heftigste werden und Tiefstwerte von -20 Grad in den Nächten sind möglich. Es werden aber noch weitere Ausbrüche folgen, die zwar nicht mehr ganz so heftig sind, aber den Winter wochenlang verlängern können. Man muss davon ausgehen, dass sich der Winter bis in den März hineinhalten wird. So lange wird auch der Schnee in den Alpen liegen bleiben.“

Aktuell höchste Alarmstufe im Süden
Inzwischen riefen fünf oberbayerische Landkreise den Katastrophenfall aus. Dabei sagen Meteorologen, die Schneezange gehe jetzt erst richtig los. Wenngleich der Süden Deutschlands und Österreich bereits jetzt unter den Schneemassen ächzen, wird die Lage Stunde um Stunde schlimmer. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete höchste Alarmstufe für den Süden Bayerns. Die Region erwartet bis Dienstag „extrem starken Schneefall mit Mengen zwischen 70 cm und 100 cm“ sowie „schwere Sturmböen über 85 km/h“. Auch weitere Teile des Landes, sowie Baden-Württembergs, Thüringens und der Süden Sachsens können mit Schneestürmen rechnen.

Alarmstufe Rot gilt indessen für den Westen in Baden-Württemberg. Der DWD warnt vor Hochwassergefahr, da hier starkes Tauwetter und andauernde Regenfälle zusammentreffen.

Im Vergleich dazu wirkt die milde Alarmstufe 1 für den Nordwesten Deutschlands und Mitteldeutschland fast harmlos. Dort ist mit Windböen bis 60 km/h zu rechnen.

Extremwinter als Symptom der Klimaerwärmung
So grotesk es klingt: Meteorologen erklären, dass der Extremwinter eine Folge des Klimawandels sei. Die Ozeane seien wärmer als sie sein sollten, was die Niederschlagsmengen erhöhe und auch die Luftmassen seien global betrachtet zu warm und brächten daher die Windströme durcheinander.