Vier Patienten sterben durch falsche Narkoseärztin in Hessen

Da es zu mehreren Todesfällen in einem Krankenhaus gekommen ist, wurde nun eine mutmaßlich falsche Ärztin festgenommen. Bei vier Patienten in Hessen soll eine fehlerhafte Narkose zum Tod geführt haben. Bei acht weiteren sind dauerhafte Gesundheitsschäden geblieben. Die Frau soll im Zeitraum von 2015 bis 2018 als Assistenzärztin in der Klinik in Fritzlar gearbeitet haben und dabei keine ärztliche Zulassung gehabt haben.

Mit falschen Unterlagen soll sich die Frau in der Klinik beworben, dann Patienten falsche Medikament verabreicht und bei der Behandlung Fehler gemacht haben. Die Verdächtige hat zum Beispiel nicht rechtzeitig erkannt, dass ein Patient an Atemnot litt.

Nun ermitteln sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei wegen des Verdachts auf Totschlag, gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betruges in Verbindung mit Missbrauch von Titeln. Seit Dienstag sitzt die Frau in U-Haft. Parallel gab es sowohl in der Klinik als auch in der Wohnung der Frau, die zuletzt in Kiel wohnte, Durchsuchungen mit über 50 Beamten. Auch zwei Arbeitsplätze von Medizinern im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Uckermark (Brandenburg) sind in diesem Zuge durchsucht worden. Die Ärzte stehen im Verdacht, die Frau trotz mangelhafter Leistungen in der Klinik weiterarbeiten gelassen zu haben.

Die Ermittler gaben aber nicht bekannt, wie die Frau aufgeflogen ist. Vorerst wird noch weiter geprüft, ob es noch andere Opfer gibt. In diesem Zuge ist von der Besonderen Aufbauorganisation „Medicus“ für die Betroffenen im Schwalm-Eder-Kreis, wo die Frau von Anfang November 2015 bis August 2018 arbeitete eingerichtet worden. Das Hinweistelefon hat die Nummer 05681-774-180.

Nun ist Transparenz und Kontakt zur Öffentlichkeit wichtig

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientschutz, Eugen Brysch, äußerte sich zum dem Fall: „Der Krankenhausträger muss von sich aus in der Dokumentation überprüfen, welche Patienten von dieser Ärztin betreut worden sind und ob es Auffälligkeiten in der Nachsorge gab.“ Wichtig sind jetzt auch maximale Transparenz und Kontakt zur Öffentlichkeit. Es sei für falsche Ärzte in leicht, fehlende Zulassungen zu verschleiern, da insgesamt 17 Landesärztekammern zuständig seien und es keine zentrale Erfassung gebe. Brysch weiter: „Es ist an der Zeit, das die Approbation eines Arztes zentral archiviert wird und es eine Stelle gibt, wo Krankenhausträger verpflichtet sind, diese abzufragen.“