Vermisste Wissenschaftlerin tot auf griechischer Insel gefunden

Auf der griechischen Insel Ikaria ist eine 34-jährige Frau nicht von einer Joggingrunde zurückgekehrt. Der besorgte Partner alarmiert daraufhin die Polizei. Die Beamten haben nun ihre Leiche in einer 20 Meter tiefen Schlucht gefunden.

Erneut ist eine als vermisst gemeldete Wissenschaftlerin tot aufgefunden worden. Wie die Polizei auf der griechischen Insel Ikaria mitteilte, ist die aus Großbritannien stammende Frau nach zwei Tagen intensiver Suche tot in einer Schlucht gefunden worden. Die Polizei geht derzeit von einem Unfall aus.

Das staatliche griechische Fernsehen ERT und verschiedene griechische Medien berichteten am Mittwochabend, dass die Rettungsmannschaften die Frau unter Steinen begraben an einem Steilhang gefunden hätten. Derzeit geht man davon aus, dass sie ohne Ausrüstung am Steilhang entlanggelaufen und dabei ausgerutscht und abgestürzt ist. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung soll nun die genauen Todesumstände klären. Dies sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend.

„Wir untersuchen alle Möglichkeiten. Im Moment sieht es nach einem Unglück aus“, erläuterte der Ermittler. Vor dem Abschluss der gerichtsmedizinischen Untersuchung wollte er aber auch einen kriminellen Hintergrund nicht kategorisch ausschließen.

Am Montag war die 35 Jahre alte Frau von ihrem Freund, einem 38 Jahre alten Zyprer, als vermisst gemeldet worden. Sie war nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einer Joggingrunde in ihre Pension zurückgekehrt. Im Laufe der Suchaktion hatte die Tatsache, dass Blutspuren auf einem Kissen im Zimmer des Opfers gefunden worden waren, die Spekulationen über einen kriminellen Hintergrund aufkommen lassen. Gegenüber der Polizei sagte der Freund des Opfers jedoch aus, dass seine Freundin am Vorabend des Unglücks Nasenbluten gehabt habe.

Der Fall erinnert an die auf Kreta getötete US-Forscherin

Im vergangenen Monat erst hatte der Vermissten- und Todesfall einer US-Forscherin vom Dresdner Max-Planck-Institut für Aufsehen gesorgt. Sie war damals von einer Wanderung auf Kreta nicht mehr zum Hotel zurückgekehrt. Später fand man sie in einem Schacht, der im zweiten Weltkrieg als Munitionslager der Wehrmacht gedient hatte. Ein 27 Jahre alter Bauer hatte später gestanden, die 59-Jährige zuerst vergewaltigt und dann aus Angst vor Entdeckung getötet zu haben.

Der Tod der Wissenschaftlerin hatte große Bestürzung ausgelöst. Die Biologin, die aus den USA stammte, war zu einer internationalen Konferenz nach Chania auf Kreta gereist.