Überwachungssystem erkennt Fußgängerbewegungen und soll so Gewalt verhindern

Es gibt zahllose Situationen in welchen ein paar Augen mehr einfach besser sind. Schlagen sich ein paar Menschen oder erleidet einer einen Herzinfarkt? Ein intelligentes Überwachungssystem soll dabei Alarm schlagen und somit rechtzeitig und effektiv Einsatzkräfte senden können.

Der Raum mit den zahllosen Bildschirmen erinnert an so manche Science-Fiktion-Filme. Überall sind Kameras und überwachen die Straßen der Mannheimer Innenstadt. Die Technik ist überwältigend und gleichzeitig schockierend. Ein ausgeklügeltes Überwachungssystem analysiert Bewegungsmuster der vorbeigehenden Menschen auf der Straße und schlägt im Falle einer „Abnormalität“ Alarm.

Tatort Mannheimer Stadt
Das Projekt ist einzigartig in ganz Europa und wird gerade in Baden-Württemberg gestartet. Dabei ist die intelligente Videoüberwachung öffentlicher Räume in Mannheim angelaufen. An besonders gefährlichen und kriminell aktiven Orten in Mannheim, wurden mehr al 70 Kameras installiert. Diese beobachten nun die Bewegungsabläufe von Fußgängern in der Stadt. Das System analysiert dabei Verhaltensmuster wie Prügeln, Treten oder plötzliches Hinfallen. Dann wird die Information per Alarm an einen Beamten gesendet, welcher daraufhin die alarmauslösende Situation bewertete und bei Bedarf einen Alarm auslöst.

Das faszinierende an dem Projekt, welches von Landesinnenminister Thomas Strobl vorgestellt wurde, ist der lernende Computeralgorithmus des Überwachungssystems und die Kameras. Das System wurde vom Fraunhofer Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung erschaffen und wird nun in Mannheim das erste Mal getestet.

„Meilenstein“ zur Sicherheit
Der Mannheimer Polizeipräsident Thoma Köber gibt dabei zu Bedenken, dass es nicht das primäre Ziel dabei sei Gesichter zu erkennen oder die Fahndung nach Kriminellen zu vereinfachen, sondern: „Es geht darum, dass kritische Situationen erkannt werden und die Polizei darauf aufmerksam gemacht wird.“ Für den Polizeipräsidenten bedeutet dieses System eine ganz erhebliche Sicherung des öffentlichen Raums.

Das gesamte Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes entwickelt, so Strobl. Ein geschlossenes System verbindet die Kameras mit dem Polizeipräsidium und kann nicht gehackt werden. Der Polizeipräsident erklärt, dass die Aufzeichnungen maximal 72 Stunden aufbewahrt werden. Laut dem Beamten verzichtet das Projekt ganz bewusst auf akustische Überwachung und Gesichtserkennung.

Eingriffe in die Persönlichkeit sollen anhand des Systems vermieden werden. Der Computeralgorithmus lernt. Somit sollen unkritische Verhaltensmuster von Bürgern erlernt und dann nur noch verpixelt auf dem Bildschirm des Polizeibeamten dargestellt werden. Des Landesminister Thomas Strobl erläutert: „Uns war eine grundrechtskonforme Durchführung sehr wichtig“. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, werden in Zukunft weniger Daten von den Überwachungskameras gespeichert.

Für die nächsten fünf Jahre soll das Projekt nun in der Stadt Mannheims laufen. Ein Vorgängerprojekt, welches von 2001 bis 2007 den öffentlichen Raum überwachte, konnte die Kriminalitätsrate wesentlich verringern.

Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Die Stadt Mannheim setzte bereits von 2001 bis 2007 auf Überwachungskameras im öffentlichen Raum und konnte damit die Kriminalitätsrate deutlich reduzieren.