Tour Vital stellt Insolvenzantrag

Mit Tour Vital hat nun der nächste Reiseanbieter Insolvenz beantragt. Auf der Internetseite teilte das Unternehmen mit, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen im Reisemarkt zu diesem Schritt führten. Bis vor knapp einem Jahr gehörte Tour Vital noch zum ebenfalls insolventen Reisekonzern Thomas Cook.

In Köln hat das Amtsgericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Zusammen mit der Geschäftsleitung verschafft er sich im Moment einen Überblick über das Unternehmen. Allerdings sei der Verkauf von Reisen komplett eingestellt worden.

Angaben zur Anzahl betroffener Kunden wurden nicht gemacht

Weiter teilte das Unternehmen mit, dass alle Reisen mit selbst organisierter Anreise bis einschließlich 30. September abgesagt worden seien. Bei allen anderen Reisearten sehe man bis zum 30. September 2019 vorerst kein Risiko, dass die ordnungsgemäße Leistungserbringung am Zielort gefährdet sei. Allerdings könne es nicht völlig ausgeschlossen werden. Die Versicherung der Reisen ist wie bei Thomas Cook über die Zurich-Versicherung abgedeckt. Bisher gibt es von Vital Tour auch keine Angaben zu der Anzahl der betroffenen Kunden. 2018 hatte Thomas Cook die Tour Vital an einen Finanzinvestor aus den Niederlanden verkauft, allerdings waren beide Unternehmen noch in einer Zusammenarbeit tätig. Damals hieß es, dass Thomas Cook weiterhin Tour-Vital-Produkte über seine Vertriebswege verkaufen wird.

Insolvenz gilt sofort

Tausende Reisende hält die Insolvenz der deutschen Thomas Cook weiterhin in Atem. Gute Nachrichten gab es allerdings am Freitag: Die Zurich-Versicherung zahlt an Hotels im Ausland, die momentan noch Kunden des Reiseveranstalters beherbergen, Geld aus. Bedingung ist aber, dass die Urlauber durch die Hotel-Betreiber nicht mehr zu Extra-Zahlungen aufgefordert werden. Ohne Vorlage gesonderter Rechnungen und auf Basis der vorhandenen Buchungsinformationen sollen die Hotels jetzt 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen als Sofortleistung bekommen, sagte ein Sprecher der Zurich-Versicherung. „Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas-Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden“, sagte Sprecher Bernd Engelien.

Touristen wurden gezwungen, Unterkünfte vor Ort selbst zu bezahlen

Dies sei eine Reaktion auf Berichte von Touristen, die vor Ort nach eigenen Angaben dazu gezwungen wurden, Unterkünfte selbst zu bezahlen. Es wird von Fällen gesprochen, wo Reisende mehr als 1000 Euro auslegen mussten. Scharfe Kritik kam sowohl vom Deutschen Reiseverband (DRV) und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen

Genaue Zahlen, wie viele Hotels im In- und Ausland von der Veranstalter-Insolvenz betroffen sind, gibt es bisher nicht. „Wir wissen, dass es auch in deutschen Feriendestinationen Hotels gibt, die von der Insolvenz des Unternehmens Thomas Cook berührt sind“, erklärte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.