Todesfälle durch Keime in Pizza-Salami und Wurst

Durch gefährliche Keime unter anderem in Pizza-Salami und Wurst kam es zu zwei Todesfällen. Aufgrund dieser Ereignisse muss nun ein deutscher Fleischhersteller seine Produktion schließen. Bisher sind auch mehrere Dutzend Menschen an den Listerien erkrankt. Die Produkte der Firma Wilke aus Nordhessen wird nun in einer beispiellosen Aktion weltweit zurückgerufen.

Der Betrieb der Wilke Wurstwaren in Twistetal-Berndorf ist inzwischen vom Veterinäramt geschlossen worden. Als erstes hatte die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ darüber berichtet. Nach dem Verzehr von Waren der Firma waren nach Angaben der Zeitung zwei ältere Menschen aus Hessen gestorben. Dabei soll es sich nach Informationen des Robert-Koch-Instituts um Keimbelastungen in Pizza-Salami sowie um einen Brühwurstaufstrich handeln.

Weiter 37 Menschen scheinen auch an den Folgen des Verzehrs von Wilke-Produkten erkrankt sein, wie das Blatt weiter berichtet. Das hat Folgen: Bis auf die Vollkonserven werden derzeit alle Produkte der Firma ausnahmslos zurückgerufen und zwar weltweit. Wie „Focus Online“ berichtet, beliefert die Firma Wilke in Deutschland sowohl Restaurants und Großküchen, aber auch verschiedene Supermärkte.

Listerienfund im Bereich der Schneidemaschinen

Von der Schließung des rund 80 Jahre alten Traditionsunternehmens sind rund 200 Mitarbeiter betroffen. Jedoch ist das Ende der Firma keine endgültige Entscheidung. Ein Sprecher des Unternehmens sagte hierzu: „Die Firma bleibt so lange geschlossen, bis der Grund für die Verunreinigung gefunden ist.“ Unklar ist aber weiterhin, was die Ursache des Bakterienbefalls ist. Um der Sache umfassend auf den Grund gehen zu können, ist eine sogenannte Taskforce eingerichtet worden.

Der Betrieb ist nach Angaben der „HNA“ zufolge schon seit März dieses Jahres genau beobachtet worden. Wiederholt waren in den Produkten Verunreinigungen festgestellt worden. Auch alle bisher vorgenommenen Gegenmaßnahmen haben von Seiten der Firma nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Beanstandungen hat es auch in den Folgemonaten gegeben, ließ die Deutsche Presseagentur dpa verlautbaren. Es wird vermutet, dass die Verunreinigungen über die fünf großen Schneidemaschinen erfolgt sind. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kassel sagte, dass diese über die Vorgänge umfassend informiert worden sei. Nach der Analyse des Robert-Koch-Instituts gibt es nun auch die endgültige Gewissheit, dass die Verunreinigungen und die Todesfälle zu 99,6 Prozent zusammenhängen.

Listerien sind Bakterien, die keine oder lediglich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen oder Erbrechen und Durchfall bei erwachsenen Personen hervorrufen können. Haben aber Menschen ein geschwächtes Immunsystem, so kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen, die im schlimmsten Fall im Tod enden.