SEK entdeckt beim Stürmen seiner Wohnung Waffen und Bombenchemikalien

Alles in diesem Fall ist bisher ungeklärt und nahezu mysteriös. Ein Mann bastelt in seiner Wohnung Bomben. Beim Eintreffen des Sondereinsatzkommandos entdecken die Beamten Waffen, Chemikalien und einen Toten.

Die malerische Stadt Pirna liegt ruhig im Elbtal und besticht durch ihre historische Altstadt und dem Schloss Sonnenstern. Doch mit einem Mal wird das beschauliche Treiben der Stadt empfindlich gestört.

Am frühen Abend ging ein seltsamer Anruf bei der Pirnaer Polizei ein. Polizeiführer Lutz Milker nahm den Hörer ab und daran war eine besorgte Frau: „Sie äußerte den Verdacht, dass sich ihr Sohn hilflos in seiner Wohnung am Lilienring befinden könnte“, so der Beamte. Die Polizisten fuhren sofort los. Für die Beamten begann mit diesem Anruf ein mehrstündiger und erschreckender Einsatz.

Waffen, Chemikalien und Gas
Die Kollegen stellen am Ort fest, dass sie der Sohn der Frau in seiner Wohnung offenbar verbarrikadiert hatte. Vorsichtig blicken die Beamten in die Wohnung: „Als die Beamten einen Blick in die Wohnung werfen konnten, sahen sie eine Person auf dem Bett liegen. In dessen Reichweite befanden sich augenscheinlich Schusswaffen und Behältnisse mit Chemikalien“, erklärt Milker, „Zudem schlugen die Gaswarngeräte der Rettungskräfte an, sodass von einer lebensgefährlichen Konzentration Kohlenmonoxid auszugehen war“, berichtet der Polizeiführer weiter.

Die Polizei schlug Alarm und begann sofort mit der Evakuierung des Mehrfamilienhauses. Das Sondereinsatzkommando wurde umgehend verständigt und fuhr in den Lilienring. Dort umstellten die bewaffneten Beamten das Gebäude. Erst einige Stunden später zeigen die Gasmessgeräte einen Abfall der Gaskonzentration fest.

Extrem hohe Gaskonzentration
Als die Polizisten des SEK die Wohnung stürmen können sie nur noch den Tod des 27-jährigen Mannes feststellen.
Der Polizeiführer erklärte: „Die Umstände seines Todes deuten auf Suizid hin. Bei der Überprüfung der Wohnung stellten Polizisten mehrere Gerätschaften sicher, die augenscheinlich zur Herbeiführung eines Brandes bzw. einer Explosion geeignet waren und zu diesem Zweck auch hergestellt wurden.“

Der junge Mann hatte offenbar versucht eine Bombe zu basteln. Dabei waren Tage zuvor die Garage des Toten in Pirna abgebrannt. Bei dem Brand wurden auch zwei benachbarte Garagen und ein Auto zerstört.

Noch ist völlig unklar, warum der Mann eine Bombe bauen wollte und warum er sich selbst tötete.