Schwere Schäden und Verletzte durch Unwetter

Aus den Unwettern von Freitag wurden heftige Stürme, die vielerorts schwere Schäden hinterlassen. Ein Zirkuszelt wurde zerfetzt, 15 Fußballer wurden von einem Blitz getroffen und ein Tornado hinterließ eine Schneise der Verwüstung in Luxemburg.

Heftige Gewitter haben den Südwesten seit Freitagabend fest im Griff. Der dramatische Höhepunkt des Unwetters ist ein Tornado, der sich über Luxemburg gebildet hat. Der Tornado, der inzwischen vom DWD als solcher bestätigt wurde, fraß sich rund 6 km durch die Landschaft und hinterließ 160 teils schwer beschädigte Häuser. Mindestens 19 Menschen wurden als verletzt gemeldet. Ausläufer der heftigen Windbewegungen ziehen heute durch Deutschland.

Noch am heutigen Morgen wurde Baden-Württemberg von heftigen Winden heimgesucht. Eine Sturmböe riss ein ganzes Zirkuszelt in Neckarsulm nieder. Über ein Dutzend Kamele und einige Pferde wurden dabei ihrem Gehege entrissen. Eines der Pferde wurde so schwer verletzt, dass es getötet werden musste. Die anderen Tiere konnten wieder eingefangen werden.

Am Freitagabend gewitterte es in Süddeutschland noch mit Regen und Blitzschlägen. Gegen 23:00 schlug ein Blitz in der Nähe eines Fußballfeldes ein. 15 Spieler, die sich auf dem Platz befanden, wurden verletzt. Einer verlor sogar das Bewusstsein. Auch ein DfB-Pokalspiel blieb von den Unwettern nicht versehrt. Das Spiel des SV Sandhausen gegen Borussia Mönchengladbach musste verzögert beginnen, weil das Gewitter die Stadionbeleuchtung zeitweise außer Kraft setzte.

Entwurzelte Bäume und vollgelaufene Keller verursachten zahlreiche die Feuerwehreinsätze in mehreren Bundesländern. Thüringen, das Saarland und Teile von Rheinland-Pfalz wurden von heftigen Regenfällen getroffen. In Erfurt musste die Premiere eines Musicals abgebrochen werden, weil die Regenfälle zu heftig wurden. Etwa 2000 Besucher der Premiere von „Der Name der Rose“ musste die Aufführung bei den Domstufen-Festspielen mitten während der Show verlassen. In Neuwied und Koblenz kam es zu teilweise zu Überflutungen. Das Taubertal-Festival an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg musste wegen schweren Unwetters geräumt werden.

Als Verursacher für diese Witterungen gilt Sturmtief „Yap“, welches heute vor allem im Norden Deutschlands wütet. Auf den ostfriesischen Inseln werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erwartet. Fährverbindungen zwischen Helgoland und Cuxhaven wurden vorsorglich abgesagt. Über Land besteht die Gefahr von Sturmschäden durch Astbruch und Dachabdeckungen.