Saftige Porto-Erhöhung: Die Post legt noch einen drauf

Die Post ändert ihre Pläne noch einmal komplett. Am Ende wird das Porto deutlich teurer als bisher geplant.

Zuletzt hieß es, die Post wolle zum ersten April ihre Preise erhöhen. Standardbriefe hätten dann 80 Cent kosten sollen. Doch die Post ändert ihren Fahrplan komplett. Die Preisanpassung wird verschoben und voraussichtlich deutlich teurer.

Laut einem Bericht der „FAZ“ will die Post ihre Preise erst im Sommer erhöhen, dafür deutlich stärker. Die Zeitung beruft sich auf Dokumente des Bundeswirtschaftsministeriums. Darin hieße es, die Post leide unter steigenden Allgemeinkosten, bei gleichzeitig schwindenden Briefmengen, sei aber dennoch verpflichtet, Briefe flächendeckend jeden Werktag in ganz Deutschland zuzustellen. Dafür gestehe das Ministerium der Post eine höhere Umsatzrendite zu. „Die bisherige Praxis bildet den Effizienzdruck, unter dem das regulierte Unternehmen steht, nicht hinreichend adäquat ab“, zitiert die „FAZ“ den Entwurf zur Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Letztendlich muss die Bundesnetzagentur die Portoanträge der Post genehmigen. Die Behörde wird voraussichtlich dem Entwurf des Ministeriums folgeleisten und der Post einen größeren Erhöhungsspielraum einräumen. Branchenexperten, auf die sich „Focus-Money online“ beruft, gehen von einer Anhebung in Richtung 85 bis sogar 90 Cent aus. Voraussichtlich wären die neuen Preise drei Jahre gültig.

In der Vergangenheit hat die Post das Porto seit 2012 stetig erhöht. Nach dem Währungswechsel von der D-Mark zum Euro kostete ein Standardversand zunächst 55 Cent. Dieser Preis hielt sich von 2003 bis 2012. In den drei Folgejahren wurde das Porto jeweils um 3-2 Cent erhöht. 2016 folgte eine Erhöhung um ganze 8 Cent. Seither zahlen Verbraucher 70 Cent für den Versand eines Standardbriefes.

Während viele Kunden der Post sich über die Porterhöhung ärgern, ist sie für Anleger ein positives Signal. Der Aktienkurs legte daher zum Handelsstart um mehr als 2,6 Prozent zu. Dafür war es auch höchste Zeit. Im vergangen Herbst hatte die Post-Aktie deutlich an Wert verloren. Post-Chef Frank Appel hatte Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Unter anderem sollten verbeamtete Beschäftigte in den Vorruhestand geschickt. Doch der Kurs fiel weiter bis zum Jahresende.

Zum Jahreswechsel hatte Appel eine kursrettende Preiserhöhung angestrebt. Doch die Bundesnetzagentur hatte das Gesuch verweigert. Mitte Januar genehmigte die Behörde schließlich eine Erhöhung um 4,8 Prozent, also auf 80 Cent. Doch diese noch gemäßigte Preisersteigerung wurde von den Anlegern auch nur mit gedämpfter Stimmung zur Kenntnis genommen.