Rückruf: Dieses Verhütungsmittel ist möglicherweise unwirksam

Achtung, die empfängnisverhütende Wirkung 19 verschiedener Packungen der Marken Fromms und Billy Boy ist möglicherweise nicht mehr gewährleistet. Die betroffenen Kondome können beschädigt sein.

Für die Kondommarken Billy Boy und Fromms besteht ein akuter Rückruf. Verschiedene Packungen, die im Zeitraum Juni bis August erhältlich waren, können kaputte Kondome enthalten. Dies könne „zu einer Beeinträchtigung der Schutzwirkung führen,“ heißt es in einer Stellungnahme von Billy Boy. Die zurückgerufenen Kondome könnten eine Materialschwäche aufweisen. Während der Anwendung könne dies zum Auslaufen führen. Sowohl die empfängnisverhütende Wirkung als auch der Infektionsschutz können durch diese Mängel beeinflusst sein. „Die Produkte dürfen daher nicht verwendet werden.“ schreibt der Hersteller auf der Website der Marke Billy Boy.

Auf der folgenden Grafik führt der Hersteller auf, welche Packungen von dem Rückruf betroffen sind:
Rückruf Kondome

Die MAPA GmbH, der Hersteller aus Zeven in den Niederlanden, betont, dass es sich um einen freiwilligen Produktrückruf bestimmter Chargen handele. Trotz sorgfältiger Herstellungs- und Prüfprozesse sei es möglich, dass die genannten Chargen von mechanischen Beschädigungen betroffen sind. Es bestehe zwar kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit oder Gesundheit der Verbraucher, jedoch sei die Schutzwirkung möglicherweise beeinträchtigt.

Die Kondompackungen können gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Billy Boy bittet ausdrücklich darum, die Packungen bzw. Kondome einzusenden, um zu gewährleisten, dass diese nicht versehentlich zur Anwendung kommen. Betroffenen Chargen können an der IDENT und LOT-Nummer identifiziert werden. Letztere befindet sich auf der Schutzverpackung jedes einzelnen Kondoms. „Sollten sie unsicher sein, ob Ihr Produkt betroffen ist, schicken Sie dieses auf jeden Fall an uns zurück. Wir werden es prüfen und den Kaufpreis erstatten.“, ergänzt der Markenführer Billy Boy.

HIV-Prävention „HIV-PrEP“ als Kassenleistung
Kondome können nicht nur das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft verringern, sondern schützen bei korrekter Anwendung und normaler Produktqualität vor der Ansteckung einiger Krankheiten. Sie trugen einen erheblichen Teil zur Verringerung der HIV-Infektionen in Deutschland bei. Seit September übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für ein Medikament, dass vor HIV-Infektionen schützen soll: Das sogenannte HIV-PrEP. Anspruch auf die Kassenleistung haben Menschen die bestimmten Risikogruppen angehören. Das Medikament kann bei regelmäßiger Anwendung vor einem Infekt mit den HI-Viren schützen und wird in Frankreich, Schottland und anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. In Deutschland wird die Wirkung von HIV-PrEP noch vom Bundesgesundheitsministerium evaluiert.