Polizei versuchte einen Asylbewerber abzuschieben, daraus wurde ein Großeinsatz mit SEK

In Niederbayern lief die versuchte Festnahme eines Mannes in einer Asylbewerberunterkunft komplett daneben. Der zu verhaftende Mann aus Nigeria hatte sich aus dem Gewahrsam der Beamten befreien können. Daraufhin randalierten die Bewohner in der Bewerberunterkunft und griffen die Polizisten an.

Die Polizei rückte mit Spezialeinsatzkräften zu dem Großeinsatz in Stephansposching, im Landkreis Deggendorf. Die Autobahn musste für eine Zeit gesperrt werden um die Sicherheit der Menschen gewährleisten zu können. Bei der Aktion wurden insgesamt 17 Menschen festgenommen. Die Polizei war ursprünglich wegen eines anderen Asylbewerbers in der Unterkunft, doch den konnten die Beamten nicht mitnehmen.

Asylbewerber bedrohten Polizisten und randalierten
Der Grund für den Großeinsatz war ein Nigerianer, der die Beamten angriff, als diese einen anderen Asylbewerber abschieben wollten. Der 29-Jährige fing an Stühle umzuschmeißen und diese gegen die anderen Möbel in der Einrichtung zu werfen. Daraufhin wollten die Polizisten den Randalierer festnehmen, dieser wehrte sich derart, dass die beamten ihn in ein Polizeiauto sperren mussten. Aus diesem konnte der Mann fliehen.

Das Aufgebot an Asylbewerbern war so groß, dass die Beamten sich aus „taktischen Gründen“ zurückziehen mussten, erklärte ein Polizeisprecher. Die Bewohner gingen massiv auf die Beamten los. Selbst der Sicherheitsdienst musste das Gelände verlassen, da sich die Bewohner immer mehr zusammenrotteten. Man befürchtete, dass sich die aufgebrachten Asylbewerber mit Messer bewaffnen könnten. Die Beamten forderten ein Spezialeinsatzkommando an.

SEK musste angefordert werden
Das Großaufgebot an Polizisten verschaffte sich am Nachmittag Zutritt und durchsuchte alle Räumlichkeiten der Unterkunft. Zu den bereits festgenommen drei Männern, wurden noch weitere 14 Menschen in Gewahrsam genommen. Zwar war das SEK präsent, musste allerdings nicht bei der Aktion eingreifen. Nun wird gegen die 17 festgenommenen Männer wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch ermittelt. Zahlreiche Polizisten betraten am Nachmittag das Gelände und durchsuchten die Räume. Dabei wurden den Angaben nach 14 Menschen festgenommen. Die Elite-Polizisten des SEK griffen bei der Aktion nicht ein. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Gegen alle 17 Festgenommenen wird wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt. Die Regierung von Niederbayern hat einen Abschiebehaftantrag beim Amtsgericht Deggendorf gegen den Nigerianer gestellt.
Der Mann, weswegen die Beamten eigentlich kamen, ein Asylbewerber aus Sierra Leone, war nicht in der Unterkunft aufzufinden.