Polizei jagt Killer nach Mord in Wetzlar

In der mittelhessischen Stadt Wetzlar hat sich eine schreckliche Bluttat ereignet. Gegen 19 Uhr am Sonntagabend knallten plötzlich Schüsse durch den Magdalenenhäuser Weg. Am Boden lag dann ein 39 Jahre alter Mann, getroffen von den Schüssen. Polizei und Rettungswagen werden von Passanten alarmiert.

Wie die Polizei mitteilte, soll der Schütze mehrfach auf sein Opfer geschossen haben. Dieses saß in einem Auto. Im Anschluss an die Tat ist der Mann dann geflüchtet. In einem kritischen Zustand ist das Opfer in ein Krankenhaus eingeliefert worden, wo es dann später verstarb.

Verdacht auf einen politisch motivierten Racheakt?

Aus dem Umfeld der Familie hat der Hessische Rundfunk erfahren, dass dieses Verbrechen ein Racheakt gewesen sein soll, da die Opfer- und die Täterfamilien verfeindet sein sollen. Der Sender will herausgefunden haben, dass drei Angehörige der Täterfamilie im Jahr 2017 in einem Wahllokal im kurdischen Teil der Türkei erschossen worden sein sollen. Diese sollen Anhänger der pro-kurdischen Partei HDP gewesen sein, die Täter von damals gelten als Anhänger der Regierungspartei AKP.

Nun sind die Ermittler am Montagnachmittag mit einem Fahndungsaufruf an die Öffentlichkeit gegangen. Die Polizei sucht in diesem Zusammenhang nach dem 27 Jahre alten Izzettin Yildiz, gegen den ein dringender Tatverdacht besteht. Es wird von der Polizei eindringlich gewarnt: „Wir schließen nicht aus, dass er noch mit einer Schusswaffe bewaffnet ist.“ Es sind 5.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat beitragen, ausgesetzt.

Der Täter soll nach Angaben des HR aus dem Teil der Familie stammen, der die HDP unterstützt. Uwe Braun von der Staatsanwaltschaft sagte: „Das kann ich weder dementieren noch bestätigen. Wir haben davon gehört und gehen den Hinweisen nach. Alles wird überprüft, wir stehen ja noch ganz am Anfang der Ermittlungen.“

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung handelt es sich bei dem Opfer um den aus Bad Kreuznach stammenden Hasan Y. Er war nach Angaben der Polizei bei der Familie zu Besuch. Guido Rehr, Sprecher der Polizei, sagte: „Wir fahnden nach dem mutmaßlichen Täter, haben Familie und Freunde befragt und befragen auch weiter.“ Da es zu wenig Anhaltspunkte zu seinem Aufenthaltsort gibt, werde nicht mit Hubschraubern oder Hunden nach ihm gesucht. In erster Linie wird über technische Möglichkeiten, wie Handyortung, nach ihm gesucht.

Die Polizei geht davon aus, dass er versuchen könnte, sich in die Türkei abzusetzen. Daher läuft die Suche nach Izzettin Yildiz weiter auf Hochtouren.