Polizei findet Überreste von mehr als 60 toten Babys

Am Freitag machte die Polizei in Detroit einen erschreckenden Gruselfund. In einem Bestattungsunternehmen fanden die Beamten Dutzende Leichen von Babys und Feten.

Bei der Durchsuchung des Bestattungsunternehmens Perry Funeral Home in der US-Stadt Detroit fand die Polizei die Überreste von 36 Föten in Kisten sowie 27 weitere in Kühlschränken. Polizeichef James Craig sagte am Sonntag zu den „Detroit News“: „Ich bin fassungslos, mein Team genauso.“ Die Behörden entzogen dem Bestattungsinstitut vorerst die Genehmigung. Weitere Ermittlungen wurden eingeleitet.

Die Behörden ermitteln nun gegen Delikte wie möglicherweise nicht ausgefüllte Totenscheine und nicht beantragte Bestattungen. Nachdem der Zeitungsbericht der „Detroit News“ erschienen war, klagte ein Angehöriger gegen das Bestattungsunternehmen. Der Vorwurf lautet auf Lagerung von Tot- und Lebendgeburten in der Universitätsleichenhalle ohne Einwilligung der Eltern.

11 weitere Babys in einem anderen Gebäude
Vor knapp zwei Wochen hatte die Polizei 11 Babyleichen in einem anderen verlassenen Bestattungsinstitut entdeckt. Die Ermittler hatten einen anonymen Hinweis per E-Mail erhalten und waren daraufhin ausgezogen, um das Gebäude des verlassenen Bestattungsunternehmens zu durchsuchen. Wie im Hinweis beschrieben, fanden die Beamten dort eine gefälschte Decke, also ein Zwischenraum zwischen der tatsächlichen Decke und dem Innenraum. In eben diesem „Versteck“ hatte jemand elf tote Babys zurückgelassen. Neun befanden sich in einer Kiste, zwei weitere in einem Korb. Es soll sich dabei um Totgeburten gehandelt haben. Aus dem Bericht der „Detroit News“ geht hervor, dass die Polizei ihre Ermittlungen nun ausweiten wolle. Möglicherweise steckten finanzielle Machenschaften hinter beiden Fällen.

Geisterstadt Detroit
Detroit gilt statistisch gesehen als eine der gefährlichsten Städte in den USA. Seit 40 Jahren hat die Stadt extrem hohe Kriminalitätsraten zu beklagen. Nach der Finanzkrise 2008 schwanden die Arbeitsplätze. Bedeutende Arbeitgeber wie General Motors und Chrysler waren auf staatliche Hilfen angewiesen und schrumpften. 2013 musste die Stadt Insolvenz erklären, danach verwahrloste die Stadt immer mehr. Aufgegeben wurde die Auto-Metropole dennoch nicht. Anfang diesen Jahres kaufte der Automobilhersteller Ford das alte Bahnhofsgebäude, die Michigan Central Station. Ford will das imposante Gebäude zum Herzstück eines Innovationszentrums machen. Dies soll dazu führen, dass tausende Arbeitsplätze in der Stadt aufkeimen. Nach wie vor ist Detroit ein traditioneller Standort für Neuheiten aus der Automobilbranche. In der Großstadt in Michigan findet alljährlich die Detroit Motor Show, die größte Autoshow der Vereinigten Staaten von Amerika, statt.