Neue Ansätze im Fall der verschwundenen Rebecca

Im Fall der verschwundenen Rebecca aus Berlin gibt die zuständige Staatsanwaltschaft noch nicht auf. Mit Hilfe von gespeicherten Mobilfunkdaten hoffen die Ermittler, dem Handy des Mädchens im östlichen Ausland auf die Spur zu kommen und damit den Schwager des Verbrechens doch noch überführen zu können.

Die damals 15-jährige Rebecca Reusch aus Berlin Britz wird seit dem 18. Februar 2019 vermisst. Die Hoffnung haben ihre Eltern noch nicht aufgegeben, aber die Polizei und die Staatsanwaltschaft gehen derzeit davon aus, dass das Mädchen mittlerweile tot ist. Der Verdacht liegt beim Schwager von Rebecca, dieser hatte sich in den Vernehmungen in Widersprüche verwickelt. Es werde nichts unversucht gelassen, sagte der Staatsanwalt Glage gegenüber der „Bild“-Zeitung. An zuständige Stellen in Russland, Weißrussland und auch die Ukraine sind inzwischen schon Rechtshilfeersuchen gestellt worden.

Frage steht im Raum, wohin der Schwager fuhr

Als Hintergrund vermuten die Ermittler, dass der Schwager mit der toten Rebecca die Grenze in Richtung Osten passiert hat. Daher hoffen die Fahnder auch, dass das verschwundene Handy von Rebecca zu diesem Zeitpunkt noch eingeschaltet war und sich noch Einwahl-Daten ermitteln lassen, um dies auch zu belegen. „Die Vorratsdatenspeicherung ist in einigen Staaten großzügig geregelt und es gibt längere Speicherfristen“, sagte Staatsanwalt Glage.

Zweimal ist der Schwager mittlerweile von der Polizei festgenommen worden. Doch jedes Mal musste sie ihn wieder freilassen, da keine ausreichenden Beweise für eine Tat vorlagen. Angegeben hat der Mann, dass Rebecca sein Haus im Südosten von Berlin verlassen habe, als er schlief. Vor ihrem Verschwinden hatte sie dort übernachtet. Nachweislich hat er aber aktiv sein Handy genutzt. Auch wurde von einem Überwachungssystem zweimal sein roter Renault Twingo auf der Autobahn östlich von Berlin auf dem Weg in Richtung Polen von einem Überwachungssystem erfasst. Er schweigt allerdings darüber, was er dort gemacht hat.

Viele, aber keine entscheidenden Hinweise

Für die Ermittler ist das eine kleine Chance, aber ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte Ende Dezember, dass dieser Fall noch nicht zu den Akten gelegt wird. Zu dem Vorgang sind mehr als 2.300 Hinweise bei der Mordkommission eingegangen, doch fand sich kein entscheidender darunter. Mit Spürhunden und Spezialgeräten hatten Polizei-Hundertschaften wochenlang die Wälder in Brandenburg durchsucht. Am 3. September rückten sie das letzte Mal aus. Auch in Seen ist nach der Leiche von Rebecca mittels Tauchern gesucht worden, allerdings vergeblich. Das im Kofferraum des Twingos gefundene Haar gehörte am Ende doch nicht der Vermissten.

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