Listerien in Wurstprodukten fordern zwei Menschenleben

Die Konsequenz für die Firma in Hessen ist desaströs. Der Produzent für Wurstwaren muss nun die Tore der Fabrik schließen. Doch auch eine Klinik muss um ihren Ruf bangen, denn nach dem Rückruf war immer noch Gefahr für Leib und Leben da.

Die Universitätsklinik Köln räumte nun einen Fehler ein. Sie hatte verpasst die Tochtergesellschaft darüber hinreichend zu informieren, dass die Wurstwaren der Firma Wilke unverzüglich aus dem Krankenhausküche genommen werden sollten. In einer schriftlichen Stellungnahme der Kölner Klinik erklärt diese: „Aufgrund der Kurzfristigkeit und des Zeitpunktes der Information ist es im Zusammenhang mit unserer Tochtergesellschaft ‚UniReha‘ zu einem Fehler innerhalb der Speisenversorgung gekommen, so dass einigen Reha-Patienten dennoch Wurstware der Firma Wilke angeboten worden ist.“

Nun werden die Rufe nach besserer Information und Kommunikation immer lauter. Trotz des bereits am 2. Oktober herausgegangen Rückruf der Wurstprodukte der Firma Wilke, wurden dennoch in der Reha-Einrichtung immer noch die tödlichen Produkte auf die Frühstücksteller der Patienten gelegt.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch stellte dies fest, nachdem versucht wurde herauszufinden ob und wie viele der Reha-Patienten die Wurstprodukte auf dem Teller hatten.

Aufmerksam wurden die Behörden, als zwei Menschen an den Keimen, die sich in der betroffenen Wurst befanden, erkrankten und sogar starben. Eine Mitteilung ging sofort an die Fleischzulieferer per E-Mail. Auch das Universitätsklinikum Köln wird mit den Produkten des hessischen Wurstherstellers beliefert. Ein Sprecher der Klinik versicherte: „Daraufhin haben wir unverzüglich damit begonnen, die Verteilung der Wurstwaren zu stoppen. Die in den Medien genannten, vermutlich kontaminierten Wurstsorten des Herstellers sind in der Uniklinik Köln jedoch nicht verwendet worden“.

Die Produktion wurde sofort gestoppt und die Behörden ließen das Unternehmen vorläufig schließen. Das Robert-Kock-Institut stellte bei der Untersuchung der Waren lebensbedrohliche Listerien fest, welche in Zusammenhang mit den Toden zweier älterer Menschen im Bundesland Hessen standen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft nun beiden, den Behörden und dem Wursthersteller Wilke schwere Versäumnisse vor. So gibt es keinerlei Informationen über die Verkaufsstellen der Wurstwaren oder gar eine Liste der verseuchten Produkte. Fatalerweise hatten die Behörden erklärt, dass es nicht nötig sei eine solche Liste zu haben. Dabei verwendete die Firma auch andere Produktnamen.
Die Produkte sind nicht nur verpackt, sondern teilweise auch unverpackt und dementsprechend anders gekennzeichnet in den Auslagen von Frischetheken und Metzgereien vertrieben worden.

Bisher ist es noch nicht klar, wie die tödlichen Keime in die Wurst gelangten.