Letzten Kampf verloren – Deutscher Ex-Box-Weltmeister tot

Er ist im Jahre 1999 nach Max Schmeling und Ralf Rocchigiani erst der dritte Deutsche, der sich im Ausland zum Weltmeister boxt. Noch zweimal triumphierte er im Supermittelgewicht. Nun ist er im Alter von 47 Jahren an einer schweren Krankheit gestorben.

Die Rede ist von Markus Beyer. Nur zwei Monate nach dem Tod von Graciano Rocchigiani durch einen Unfall auf Sizilien trauert die gesamte Boxwelt erneut um eine Großen ihrer Zunft. Der Ex-Weltmeister starb nach einer kurzen, schweren Krankheit in einem Berliner Krankenhaus. „Ich bin schockiert“ wird Verbandspräsident Thomas Pütz zitiert. Ein weiterer Großer geht dahin und das in diesem jungen Alter.

Die Nachricht von seinem Tode kam aus der Familie des Verstorbenen. Der MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi berichtet weiter, man habe von seiner Krankheit gewusst, hoffte aber auf einen positiven Ausgang. Sie war aber zu aggressiv und Beyer sei auch „sehr zurückhaltend“ mit der Krankheit umgegangen.

Vom plötzlichen Tod seines langjährigen Schützlings zeigte sich Trainer Ulli Wegner zutiefst erschüttert. Dem MDR sagte er, dass „jeder weiß, dass er mein Lieblingssportler war – und das hatte vor allem eine menschliche Komponente“. Er sei ein durch und durch feiner Mensch gewesen und es fühle sich für ihn (Wegner) an, als ob ihm jemand einen kräftigen Schlag in die Magengrube versetzt hätte. Es wird eine Weile dauern, bis er es verarbeitet habe.

Seit 2015 arbeitete Beyer, der am 23. Oktober 1999 zum ersten Mal den Weltmeistertitel der WBC im Supermittelgewicht (72,575 kg – 76,203 kg) errang, als Experte für die MDR Sendung „Sport im Osten“. In seiner aktiven Laufbahn galt der Rechtsausleger als herausragender Techniker mit einer starken Linken.

Seine sportliche Laufbahn war geprägt von vielen Auf und Ab’s geprägt. Vor 19 Jahren wurde er durch einen Punktsieg über Richie Woodhall aus Großbritannien erstmals Weltmeister. Bereits ein Jahr später, im Kampf gegen Glenn Gatley, verlor er den Titel bei seiner zweiten Titelverteidigung aber wieder. Nach drei Jahren und mehreren Kämpfen bekam er die neuerliche Chance und wurde am 5. April 2003 durch einen knappen Punktsieg gegen Eric Lucas wieder Weltmeister. Im August 2003 verteidigte er den Titel gegen den Danny Green aus Australien, um dann am 6. Juni 2004 durch eine Punktniederlage gegen den Italiener Christian Sanavia diesen erneut zu verlieren.

Diesen gewann er jedoch vier Monate später im Rückkampf zurück und war somit zum dritten Male Weltmeister. Insgesamt bestritt er 39 Kämpfe, von denen er 35 gewann. Im Jahr 2008 verabschiedete er sich mit einem Punktsieg gegen den Russen Murad Machmudow von seiner aktiven Laufbahn.

Seinen letzten Kampf hat Beyer gestern verloren.