Lehrer verlangte Nacktfotos und Küsschen von Schülerinnen

Ein Lehrer aus Niedersachsen ließ sich Nacktfotos von Schülerinnen schicken und mehr. Laut Strafbefehl droht ihm eine Freiheitsstrafe, doch der Lehrer wehrt sich.

Dem 37-jährigen Realschullehrer aus Niedersachsen wird vorgeworfen, mindestens einem 14-jährigen Mädchen eine bessere Note gegen Nacktfotos angeboten zu haben. Der Lehrer chattete dazu abends mit der Schülerin. Ein weiteres Nacktfoto erhielt der Lehrer, nachdem er dem Mädchen ein Elterngespräch angedroht hatte, so geht es aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft Braunschweig hervor.

Für die genannten Vergehen wurde ein Strafbefehl wegen Bestechlichkeit in zwei Fällen erlassen. Dem Lehrer droht eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten zuzüglich einer Geldstrafe von 5000 Euro. Der Pädagoge hat Einspruch eingelegt. Daher könnte eine öffentliche Verhandlung bevorstehen.

Die Geschichte des Lehrers ist mit den zwei Fällen der „Bestechlichkeit“ jedoch noch lange nicht zu Ende. Wie die Staatsanwaltschaft ermittelt hatte, soll der Lehrer an einer Realschule zwei weiteren Mädchen bessere Noten gegen Küsschen angeboten haben. „Die beiden Schülerinnen gingen auf diese Angebote aber nicht ein“ berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Wolters gegenüber n-tv. Das Verfahren wurde diesbezüglich eingestellt. Die BILD-Zeitung berichtet, dass derartige Beschwerden schon lange bekannt wären. Die Schule habe jedoch erst reagiert, nachdem die Zeitung 2016 darüber berichtet hatte. Der BILD lagen eindeutige Chat-Protokolle mit folgendem Dialog vor:

„Welche Zensur möchtest du denn?“
„2 oder am besten wäre eine 1!“
„Klappt bestimmt. Und wenn nicht, dann schummeln wir etwas“
„Jo:)“
„Für ein küsschen“
„Ja:D:*“

Nach der Veröffentlichung 2016 hatte die Schule den Lehrer freigestellt. Doch damit nicht genug: Laut BILD-Recherchen soll die Polizei auch Kinderpornos auf dem Rechner des Lehrers gefunden haben. Dafür wäre der Mann im Frühjahr zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen verurteilt worden. Die Taten sollen teilweise fünf Jahre zurückliegen.

Der Mann wird als jungenhafter Typ mit muskulösem Körper beschrieben. Er soll sich verständnisvoll gezeigt haben und hätte gerne geflirtet. In dem damals zitierten Chat soll er selbst geschrieben haben: „Flirten kann man ja trotzdem – so zum Spaß. Das ist ja nichts Schlimmes. Und wenn man dafür sogar ’ne bessere Zensur kriegt…“ Weiter kursierten damals Gerüchte, der Realschullehrer habe Fotos von sich selbst in Unterwäsche verschickt. Auch „Po-Grabschen“ wurde genannt. Nach den Vorwürfen soll der Pädagoge sich zunächst krankgemeldet haben und wurde dann suspendiert.