Legendärer Fußball-Aufbauhelfer Rudi Gutendorf ist tot

55 Vereine und Nationalteams in 32 Ländern trainierte er und ist dafür unter anderem mit 2 Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet worden. Spitznamen wie „Riegel-Rudi“ oder „Rudi Rastlos“ haben ihn weltberühmt gemacht. Rudi Gutendorf ist nun gestorben.

Im Alter von 93 Jahren ist der langjährige Fußball-Trainer Rudi Gutendorf nun im Alter von 93 Jahren gestorben. Dies hat der Sohn von Gutendorf am Samstagabend bestätigt. „Wir verlieren in ihm jemanden, der uns durch sein großes Herz und Positivität jeden Tag bereichert hat“, ließ die Familie dieses Weltenbummlers zuvor in einer Mitteilung verbreiten. Sein Sohn Fabian ließ erklären, dass der gebürtige Koblenzer am Freitagmorgen an Altersschwäche gestorben sei.

Mit mehr als 30 Ländern und 55 Jobs hat es Gutendorf sogar bis in das Guinness-Buch der Rekorde als Trainer mit den meisten internationalen Engagements geschafft. Einmal sagte er: „Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes gemacht als Fußball. Das ist mein Beruf geworden, und ich liebe diesen Job.“ Er arbeitete sowohl in Europa, als auch in Amerika, Afrika, Ozeanien und Asien und wurde aufgrund seiner Verdienste mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet.

Sein 2002 erschienenes Buch nannte er dann auch folgerichtig „Mit dem Fußball um die Welt“. Und dies unmittelbar, bevor er in Samoa noch einmal den Job als Trainer der Nationalmannschaft übernahm. Bekannt wurde er eher als Trainer, denn als Spieler schaffte er es nicht über die Oberliga hinaus. Er erwarb sich einen excellenten Ruf als Trainer in eher kleineren Nationalverbänden. Bevor er in Samoa anheuerte, trainierte er unter anderem die Teams aus Bermuda, Botswana, Grenada, Nepal sowie Trinidad und Tobago. Joseph Blatter, früherer Weltverbands-Präsident, nannte Gutendorf einmal in Anerkennung seiner Leistungen einen „Fußball-Aufbauhelfer“.

Der aufgrund seiner Defensivtaktik früher oft als „Riegel-Rudi“ genannte Gutendorf war mit Chile 1974 auf dem Weg zur WM-Qualifikation. Dies wäre der größte Erfolg seiner Laufbahn gewesen. Jedoch musste der das südamerikanische Land wegen des Militärputsches verlassen. Gutendorf trainiert in Deutschland unter anderem den MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Schalke 04 und den Hamburger SV.

Gutendorf habe „zahlreiche Menschen mit seiner Person und Arbeit positiv berührt“, hieß es in der Mitteilung der Familie. „Es macht uns dankbar und stolz, unser Leben an seiner Seite verbracht zu haben, und wir werden ihn nie vergessen. Als „Rudi-Rastlos“ war er immer ein Mensch voller Energie und Begeisterung für seine Familie und seinen geliebten Fußballsport.“