Krieg entflammt: Türkei schickt Truppen über die Grenze

Türkische Truppen sind heute über die Grenze nach Syrien marschiert. Die Gebiete werden von Kurden dominiert. Die Schlacht steht bevor. Eine neue Flüchtlingswelle ist wahrscheinlich.

Nach Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg haben türkische Truppen die Grenze nach Nordsyrien überquert, um dort gegen kurdische Truppen anzutreten. Diese brachten sich ihrerseits bereits gestern Abend in Stellung, um in diesem „kritischen historischen Momenten“ Widerstand zu leisten. Ein neues Schlachtfeld ist eröffnet.

Die betroffenen Gebiete im Nordosten Syriens werden von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) unter starker Präsenz der Kurden dominiert. Diese Mächte kämpften an der Seite der USA gegen die Milizen des Islamischen Staats (IS). Die türkische Regierung betrachtet die kurdische Dominanz entlang der Grenze als Bedrohung. Die kurdischen YPG-Milizen werden in der Türkei als Terroristen bezeichnet.

Die Türkei will in den bevorstehenden Gefechten gemeinsam mit der Freien Syrischen Armee (FSA) gegen die Kurden vorgehen. Die betroffene SDF zog derweil in Erwägung, mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad zu kooperieren, um eine türkische Invasion abzuwehren.

Die SDF befürchtet eine „humanitäre Katastrophe“ und rief die „internationale Gemeinschaft und alle Ländern der internationalen Koalition gegen den IS“ dazu auf, das Schlimmste zu verhindern. Die USA hatte Anfang der Woche ihre Truppen aus dem Nordosten Syriens zurückgezogen und damit signalisiert, dass sie den zuvor Verbündeten nicht mehr gegen eine mögliche Bedrohung aus der Türkei zur Verfügung stehen. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hatte den US-Rückzug scharf kritisiert. Man habe den Partner, der gegen den IS kämpfte, damit „wie eine heiße Kartoffel fallengelassen.“ Den Türkischen Vormarsch bezeichnete Röttgen als „völkerrechtswidrig“.

Der Auswärtige Ausschuss im Bundestag befürchtet unterdessen eine Destabilisierung im Nordosten Syriens, welche unberechenbare Auswirkungen mit sich bringen und zu einer erneuten Fluchtwelle führen könne. Vertreter der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ bestätigten die Aussage und halten eine bevorstehenden Massenflucht für denkbar. Damit ist auch Deutschland von den Geschehnissen in Syrien unmittelbar betroffen.

US-Präsident Trump, twitterte im Widerspruch zu seinem Militär-Rückzug, irritierende Worte in Richtung Türkei: „Wenn die Türkei etwas tut, was ich in meiner großen und unübertroffenen Weisheit für tabu halte, werde ich die Wirtschaft der Türkei völlig zerstören und auslöschen (das habe ich schon einmal getan!).“