Junge saß sieben Jahre wegen Mordes im Gefängnis – jetzt Freispruch

Der Amerikaner Jordan Brown wurde im Alter von 11 Jahren beschuldigt, die schwangere Freundin seines Vaters in Lawrence County getötet zu haben. Sieben Jahre lang saß der Junge dafür in einem US-Gefängnis. Jetzt stellte sich heraus: Er war unschuldig.

Am 20. Februar 2009 wurde der 26-jährigen Kenzie Marie Houk in den Kopf geschossen. Die schwangere Frau und ihr ungeborenes Baby starben sofort. Houk war mit dem Vater des damals 11-jährigen Jordan Brown verlobt. Houks damals 4-jährige Tochter sagte gegen ihren baldigen Stiefbruder aus. Außerdem wurden belastende Spuren auf der Kleidung des Jungen gefunden. Daraufhin wurde Jordan Brown in Handschellen gelegt und verhaftet.

„Sie haben mich hinten in den Wagen gesetzt und fuhren mich zur Polizei. Und dann brachten sie mich direkt ins Bezirksgefängnis“, erzählt Brown heute dem Sender ABC-News. Mit traurigen Augen berichtet er über den traumatischen Tag: „Ich habe nicht verstanden, was passiert ist. Ich wusste nicht, wo ich war und was los war oder so “

Kindheit hinter Gittern
Mit 11 Jahren wurde Jordan Brown von einem US-Gericht für schuldig befunden. Das Motiv soll Eifersucht gewesen sein. 2016 bestätigte das staatliche Oberlandesgericht die Entscheidung. Der Fall erregte damals öffentliches Aufsehen. Sogar die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte sich eingeschaltet, weil der Teenager nach Erwachsenstrafrecht verurteilt wurde. Doch Jordan Brown, der stets seine Unschuld beteuerte, musste seine Kindheit hinter Gittern verbringen.

Unzureichende Beweise
Jahre später stellte der Oberste Gerichtshof fest, dass die Beweise gegen Brown „unzureichend“ seien. Auch die Tochter der Verstorbenen wurde, jetzt 13 Jahre alt, erneut befragt. Dieses Mal ließen ihre Aussagen Zweifel aufkommen, ob Jordan Brown damals überhaupt am Tatort anwesend war. Die vermeintlichen Beweise gegen ihn verwässerten immer mehr. Schließlich wurde Jordan Brown freigesprochen.

Der wirkliche Täter ist nach wie vor, auf freiem Fuß. Ins Visier der Ermittler rückt jetzt wieder ein Ex-Freund der Verstorbenen. Die Polizei hatte ihn damals vorschnell als Tatverdächtigen ausgeschlossen, obwohl es Zeugenaussagen gab, die einen schwarzen Pick-up in der Nähe des Hauses gesehen hatten – eben einen solchen Pick-up fuhr Houks Ex damals.

Im ABC-News sagte Brown: „Ich bin nicht wütend. Ich meine, das Ganze, was passiert und wie es gelaufen ist, ist große Sche***“, sagte der 21-Jährige. „Ich bin unschuldig. Das ist das Einzige, was die Leute wissen sollen.“