Internationale Sonderermittler retten 240 Kinder aus Porno-Sklaverei

241 Kinder wurden auf pornografischem Bildmaterial identifiziert und befreit. Die europäische Polizeibehörde Europol veröffentlichte diesen Erfolg am Freitag und gab damit erstmals Zahlen der Einheit für Internetkriminalität bekannt.

In vier Jahren konnte die Europol-Einheit für Internetkriminalität in Zusammenarbeit mit lokalen Polizeibehörden 241 Kinder aus den Machenschaften von Kinderporno-Vertreibern befreien. Gleichzeitig konnten 94 Täter in 28 Ländern gefasst und vor Gericht gestellt werden. Die Ergebnisse seien „ein direktes Ergebnis“ der Arbeitsgruppe für Opferidentifizierung in den vergangenen vier Jahren gewesen, sagte der Leiter von Europols Einheit für Internetkriminalität, Fernando Ruiz am Freitag. Europol veröffentlichte damit zum ersten Mal Zahlen zur Arbeit der Sonderermittler.

Hinweise auf den Bildern
Die Sonderermittler untersuchten entsprechendes Bildmaterial auf Hinweise zur Herkunft der Produktion. Dabei wurden 92 Serien entdeckt, also mehrfach auftretendes Bildmaterial, das mit einander in Verbindung steht. Die Informationen wurden an die nationalen Behörden der Länder weitergeleitet in denen Opfer und Täter identifiziert werden konnten. In Deutschland kann an dieser Stelle das Referat SO43 des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden tätig werden. Die Sonderermittler sichten dort stundenlang brutalstes Bildmaterial, um Hinweise zu den Tätern zu entdecken.

Auch die öffentliche Beteiligung am Portal „Stop Child Abuse“ hat dazu beigetragen, dass sieben Kinder aus den Händen von skrupellosen Tätern befreit werden konnten. Auf der Website bittet Europol um Hinweise aus der Bevölkerung, um Details von entsprechendem Bildmaterial zu identifizieren.

Weiterleiten strafbar
Nicht nur die Produktion, auch die Nutzung und Verbreitung von kinderpornografischem Material ist strafbar, ungeachtet der dahinterstehenden Motivation. Diese Woche wurde eine 19-jährige Frau aus Bad Tölz zu einer Strafe in 400 Euro verurteilt, weil sie ein entsprechendes Video mit dem Nachrichtendienst WhatsApp an Freunde weitergeleitet hatte. In dem Video entblößte sich, musikalisch untermalt, eine etwa Zehnjährige im Intimbereich. Die Versenderin hatte das Video zynisch mit vermeintlich schwarzem Humor kommentiert. Die Staatsanwaltschaft konnte sich dem Humor der Frau nicht anschließen und hatte für eine „spürbare Geldauflage von 1500 Euro“ plädiert.

Berühmter Gitarrist festgenommen
Vor einigen Monaten ist auch der berühmte Gitarrist Karl Logan (Manowar) in den Focus von US-Ermittlern geraten. Dem Gitarristen der Hardrock-Band wird Besitz von Kinderpornografie in sechs Fällen vorgeworfen. Obwohl der Musiker auf Kaution wieder frei ist, teilte das Management der Band mit, dass der Gitarrist derzeit nicht mehr mit der Band auftreten würde.