Heimtückischer Mord: Im Schlaf die Kehle durchgeschnitten

Mecklenburg-Vorpommern: Ein Rentner wurde im Schlaf ermordet. Sein afghanischer Pfleger steht unter Tatverdacht, der Mitbewohner schaute zu.

Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim): Am frühen Samstagmorgen wurde ein 85-jähriger Rentner im Schlaf ermordet. Die Staatsanwaltschaft Schwerin teilte in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Polizeipräsidium Rostock mit, dass der Rentner Dietrich P. in seinem eigenen Haus durch ein Messer getötet wurde. Mehreren Medienberichten zufolge soll jemand dem Mann die Kehle durchgeschnitten haben.

Ein bosnischer Haushaltshelfer hatte die Polizei alarmiert, nachdem er die Tat angeblich durch die Kamera eines Babyphones gesehen hatte. Daraufhin wurde gegen den 20-jährigen Afghanen, der ebenfalls in dem Haus Hilfsarbeiten verrichtete, Haftbefehl wegen Verdacht auf heimtückischen Mord erlassen. Der Tatverdächtige war dem Opfer gut bekannt, da er dem Rentner seit August immer mal wieder bei häuslichen Tätigkeiten geholfen hatte.

Mitbewohner schaute bei der Tat zu
Der Haushaltshelfer, der mit im Haus des Rentners lebte und die Tat durch das Babyphone beobachtet haben will, habe zunächst angenommen, der 20-Jährige Afghane hätte dem alten Mann die Decke gerichtet, sagte Claudia Lange, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin. „Offenbar wurde der Bosnier durch Hilferufe seines Auftraggebers geweckt“, berichtet die BILD-Zeitung. Der Haushaltshelfer, der durch seine Aussage die Ermittler auf die heiße Spur brachte, soll anschließend sofort Polizei und Krankenwagen gerufen haben. Doch als die vor Ort ankamen, war Dietrich P. bereits verstorben.

Flucht zu Fuß
Der Beschuldigte soll unmittelbar nach dem Vorfall mit dem Auto des Opfers geflohen sein. Allerdings hätte er den Wagen schon nach wenigen Metern in eine Hecke gefahren und sei dann zu Fuß weitergelaufen, berichtet der NDR. Am Samstagabend sei er von Beamten der Autobahnpolizei an der A24 aufgegriffen worden. Der 20-Jährige sei leicht bekleidet und unterkühlt zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete Steffen Baudler vom Polizeipräsidium Rostock laut NDR-Meldung. Anschließend sei er identifiziert, festgenommen und der Haftrichterin vorgeführt worden. Die ordnete Untersuchungshaft an.

Motiv unklar
In der offiziellen Presseerklärung wies die Staatsanwaltschaft auf die Unschuldsvermutung hin. Auch sei das Motiv für die Tat bisher unklar, so Lange. Es gebe keine Hinweise auf eine religiös oder politisch motivierte Tat, auch sei nichts gestohlen worden. Der Tatverdächtige hat bisher keine Strafakte in Mecklenburg-Vorpommern.