Gruppenvergewaltigung: Mindestens acht Täter schänden Frau in Freiburg

Freiburg: Mindestens acht Männer vergingen sich an einer jungen Frau in Freiburg. Die 18-Jährige war den Tätern hilflos ausgesetzt. Der Haupttäter soll sie unter Drogen gesetzt haben.

Eine junge Frau besuchte vor zwei Wochen einen Freiburger Techno-Club. Dort lernte sie einen Unbekannten kennen, der ihr ein Getränk mit einem Drogengemisch, mutmaßlich K.O.-Tropfen, verabreicht haben soll. Laut BILD-Recherchen soll auch die Partydroge Ecstasy im Spiel gewesen sein. Gegen Mitternacht verließ die Frau gemeinsam mit dem Unbekannten die Diskothek. Daraufhin soll er sie in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben. Mindestens sieben weitere Männer vergingen sich in den nächsten Stunden an der wehrlosen Frau und flüchteten anschließend. Das Opfer erstattete am gleichen Tag Anzeige und die Polizei konnte DNA-Spuren sicherstellen. Im Zuge der Ermittlungen konnten acht Tatverdächtige festgenommen werden, der Letzte am vergangenen Donnerstag. Die Polizei vermutet jedoch, dass es noch weitere Tatbeteiligte gibt.

Wehrlos und unter Drogeneinfluss
„Wir müssen die Tatabläufe noch vollständig rekonstruieren und komplett ausleuchten, deshalb sind wir auch weiterhin an Zeugenaussagen interessiert“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Freiburg im Interview mit faz.net. „Es handelt sich um eine schreckliche Tat, bei der das Opfer Schwierigkeiten hatte, einzelne Täter wahrzunehmen. Die Frau war wehrlos und stand unter Drogeneinfluss“, sagte die Sprecherin. Derzeit würde geklärt, ob die Täter sich über Smartphones verabredet hätten.

Sieben Syrer und ein Deutscher
Bei den festgenommenen Männern handelt es sich um sieben Syrer und einen Deutschen im Alter von 19 bis 29 Jahren. Die acht Männer befinden sich in Untersuchungshaft. Die Täter waren der Polizei bereits wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten bekannt. Die meisten lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg. Die Universitätsstadt im Süden Baden-Württembergs ist damit erneut mit einer erschütternden Gewalttat in die Schlagzeilen geraten. Vor rund zwei Jahren hatte ein Mord durch einen Geflüchteten eine überregionale Debatte über die Flüchtlingspolitik ausgelöst.

Mehrheit der Migranten gesetzestreu
Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn, der keiner Partei angehört, erklärte, dass es keine Toleranz für solche Straftaten geben dürfe. Dennoch verwies er darauf, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Migranten sich gesetzestreu verhalten würde. Die Polizeisprecherin im Gespräch mit faz.net erklärte: „Wir beobachten in Freiburg eine niedrige Zunahme von Sexualdelikten, es muss aber berücksichtigt werden, dass es auch eine Novellierung des Sexualstrafrechts gegeben hat“.