Göttinger Frauenkiller gefasst

Seit Beginn der Großfahndung wurde der Frauenkiller aus Göttingen bereits zweimal gesichtet und ist wieder verschwunden. Am späten Freitagabend wurde er endlich gefasst.

Am Freitagabend meldete eine Polizeisprecherin, dass der Göttinger Frauenmörder gefasst wurde. Die Beamten konnten ihn vor einem Schnellrestaurant in Göttingen festnehmen. Ihm wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin am Donnerstagmittag brutal getötet zu haben.

Der 52-jährige Frank Naaß wurde von zahlreichen Polizisten fast zwei Tage lang gesucht. Er ist gefährlich, hat sich mehrfach gewalttätig gegenüber Frauen gezeigt und ist bereits erfahren mit der Polizei. Dreist: Am Freitagabend meldete der Killer sich bei seinem Anwalt und tauchte dann wieder ab. Damit ging der Gesuchte der Polizei seit dem Tötungsdelikt am Donnerstagmittag mindestens zum zweiten Mal durch die Lappen.

Am Freitag-Morgen meldete Zugpersonal am Bahnhof Elze, dass Naaß in einer Bahn gesichtet wurde. Die Meldung löste einen Großeinsatz aus mit Bahnhof- und Streckensperrung. Der mutmaßliche Mörder soll sogar im Zug in einem Abteil eingesperrt worden sein. Medienberichten zufolge flüchtete er jedoch mit Hilfe des Nothammers durch das Fenster, bevor die Polizei ihn festnehmen konnte.

Im Laufe des Freitags wurde außerdem bekannt, dass Naaß ein Krimineller mit Justizerfahrung ist. Die Staatsanwaltschaft Göttingen gab preis, dass der Gesuchte bereits mehrfach wegen Sexualstraftaten hinter Gittern saß.

Täter mit erschreckender Kriminalhistorie
Naaß wurde bereits dreimal verurteilt und verbrachte in Summe mehr als 13 Jahre im Gefängnis. Seine kriminelle Laufbahn begann der heute 52-Jährige als Jugendlicher. Damals saß Naaß wegen Vergewaltigung für zwei Jahre und neun Monate im Vollzug. Einige Zeit später wurde Naaß erneut straffällig: Wieder wurde er wegen Vergewaltigung verurteilt. Dieses Mal musste Naaß fünf Jahre ins Gefängnis. 1994 saß Naaß wieder auf der Anklagebank wegen eines Sexualverbrechens. Für die dritte Vergewaltigung erhielt der Mann eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

Seit 2001 war Naaß wieder auf freiem Fuß. Am 26. September 2019 ermordet er mutmaßlich seine Ex-Freundin auf offener Straße. Er soll mehrfach auf sie eingestochen und sie sogar angezündet haben. Die Ermittler gingen von einer Beziehungstat aus. Offenbar hatte das Opfer zuvor die Beziehung beendet. Naaß war offensichtlich nicht einverstanden und rastete aus. Zwei Personen eilten dem Opfer zu Hilfe. Auch auf die ging Naaß los. Eine der beiden – ebenfalls eine Frau – wurde schwer verletzt.