Freiburger Gruppen-Vergewaltigung: Weitere DNA-Spuren

Erst hieß es, acht Männer hätten die 18-Jährige vergewaltigt. DNA-Spuren beweisen: Es waren noch mehr Männer an der Tat beteiligt.

Am Freitag erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass noch weitere Tatverdächtige im Zusammenhang mit der Gruppenvergewaltigung in Freiburg festgestellt wurden. „Wir haben noch einmal zwei Spuren-Treffer von Personen, die wir identifizieren können“, sagte Bernd Belle, der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei. „Sie sind im Moment noch unbekannt.“ Das Opfer war vor wenigen Wochen beim Besuch einer Freiburger Disko mittels Drogen gefügig gemacht und anschließend von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die 18-jährige Frau habe dabei geholfen, die Ermittlungsarbeiten voranzutreiben, erklärte Belle. Sie sei „stabil“, jedoch mache ihr die große öffentliche Aufmerksamkeit zu schaffen.

Haftbefehl gegen Täter lag bereits vor
Der Hauptverdächtige war polizeibekannt. Er gilt als Intensivtäter. Schon einmal stand er unter dem Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Aktuell lag ein Haftbefehl gegen ihn vor, weil er mit Marihuana gehandelt haben soll. Der war jedoch noch nicht vollzogen worden. Ist die Justiz überfordert?

Abschiebestopps für Syrien in der Kritik
Sieben der acht identifizierten Verdächtigen sind Syrer. Darum ist auch die Debatte um die Flüchtlingspolitik neu entfacht. Die CDU möchte Abschiebestopps für Syrien lockern. Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Mathias Middelberg, bezieht Position pro Abschiebung Richtung Syrien: „Wir können nach so abscheulichen Taten wie in Freiburg nicht einfach weitermachen wie bisher“, sagte Middelberg der Zeitung „Die Welt“. „Die Abschiebung von Schwerstkriminellen und Gefährdern muss jetzt auch für Syrien auf den Prüfstand. Wenn sich die Lage dort auch nur in einzelnen Landesteilen weiter verbessert, sollten Rückführungen für einen eng begrenzten Personenkreis nicht weiter pauschal ausgeschlossen werden.“ Dies solle, so Middelberg zumindest für diejenigen gelten, die nicht „aufgrund individueller Verfolgung, sondern nur wegen der allgemeinen Bedrohungslage“ ein Aufenthaltsrecht in Deutschland genössen. Weiter erklärt Middelberg „Wo eine Abschiebung möglich ist, muss der Schutz unserer Bevölkerung Vorrang haben vor einem Bleibeinteresse von Gewalttätern.“

Freiburg in der Überzahl gegen rechts
In Freiburg selbst scheint die Lage weniger fokussiert. Der neue Oberbürgermeister rief zur Mäßigung auf und wurde daraufhin von Rechten bedroht. Dennoch gibt es wenig rechte Proteste in Freiburg, obwohl hier schon zum zweiten Mal eine grausame Sexualstraftat im Zusammenhang mit Flüchtlingen die Stadt erschüttert. Zur AfD-Demo gegen die Migrationspolitik kamen 500 Leute, die Gegendemonstranten waren weit in der Überzahl. Die Süddeutsche titelt: „Freiburg ist das Gegenteil von Chemnitz“.