Frau nach Sturz von Hotelschiff im Rhein vermisst

Auf einem Flusskreuzfahrtschiff stürzt eine Person ins Wasser. Nun ist dieses Schiff, das im Bonner Rheinhafen vor Anker lag, Ziel eines umfassenden Polizeieinsatzes. Ein Mitarbeiter wird verhört, ein Tötungsdelikt auf dem Hotelboot kann nach derzeitigen Ermittlungen nicht ausgeschlossen werden.

Hintergrund des Polizeieinsatzes ist eine Alarmierung, die am Donnerstagabend eingegangen war. Ein Zeuge will gesehen haben, wie gegen 21.40 Uhr eine Person über Bord ging. Dabei handelt es sich um eine gebürtige Indonesierin, die bereits in der zweiten Saison auf der „Rhine Princess“ als Stewardess arbeitete.

Schlechte Stimmung auf der „Rhine Princess“: Frau stürzt in Bonn in den Rhein

Der Geschäftsführer der „Rivercruise Line AG“ mit Sitz in Basel, Willem de Zeeuw, sagte: „Es ist tragisch. Was passiert ist, wissen auch wir nicht.“ Es herrscht eine sehr schlechte Stimmung an Bord und alle anderen Mitarbeiter würden um das Leben der 25-Jährigen bangen. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sie lebend gefunden wird.“ Doch ist das Schicksal der jungen Frau bisher völlig unklar.

Frau fällt in Rhein: Leiche noch nicht gefunden

Kurz nach der Alarmierung sind am Donnerstagabend Kräfte sowohl aus dem Rhein-Sieg-Kreis als auch aus Bonn direkt zur Wasserrettung ausgerückt. Zusammen mit der Polizei suchen Feuerwehr, Rettungsdienst und DLRG nach der vermissten Frau. Mehr als eineinhalb Stunden wurden am Rhein Uferbereiche bis zur Herseler Werth abgesucht. Trotz Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber konnte die verschwundene Frau bisher nicht gefunden werden.

Schiffsmitarbeiter war offenbar Zeuge
Taucher waren auch am Freitag noch am Bonner Rheinufer mit Suchaktionen im Einsatz, jedoch ist die Strömung an dieser Stelle sehr stark. Das Personal der „Rhine Princess“ wurde von der Polizei befragt. Ein Mitarbeiter auf dem Schiff soll als Zeuge gesehen haben, wie die 25 Jahre alte Frau über Bord ging. Dieser Mann ist nun auf das Polizeipräsidium mitgenommen worden, weil er als tatverdächtig eingestuft wurde. Fraglich ist, ob er tatsächlich etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun hat.

Der Zeuge und die Vermisste hatten vorher Streit

In einer ersten Vernehmung gab der 42-Jährige zu, sich am Donnerstagabend mit der Frau gestritten zu haben. Beide sollen nach übereinstimmenden Informationen eine Liebesbeziehung haben. Der Sprecher der Polizei, Robert Scholten, sagte dazu: „Er gab an, dass die 25-Jährige nach einem Streit mit ihm zunächst an Deck des Schiffes gegangen und schließlich über Bord in den Rhein gestürzt sei.“ Nach der Vernehmung wurde der Mann, der ebenfalls aus Indonesien stammt und im Servicebereich des Schiffes arbeitet, aus der Verwahrung entlassen. „Der Tatverdacht gegen ihn hat sich nach dem aktuellen Sachstand nicht bestätigt“, so Scholten weiter. Die Suche nach der 25-Jährigen dauert an.