Forscher beobachten Heilungsverlauf bei Corona-Patientin

Weltweit infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Gleichzeitig steigt auch die Zahl derjenigen, die die daraus resultierende Erkrankung Covid-19 überstehen. Wie der Körper dabei selber heilt, beschreiben nun Forscher aus Australien.

Rasant breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 aus. Gleichzeitig steigt die Zahl der Genesenen, obwohl es noch keine Medikamente gegen das Virus gibt. Von über 80.000 Infizierten in China sind mittlerweile mehr als 70.000 geheilt. Verstorben sind bisher rund 3.300 Menschen, circa 5.000 sind noch krank.

Forscher aus Australien beschreiben Heilung ohne Medikamente

Aber warum wird ein so großer Teil der Betroffenen einfach wieder gesund? Australische Forscher sind dieser Frage nachgegangen und haben eine 47-jährige Erkrankte begleitet. Ihre Genesung ist in einer Untersuchung nun schriftlich festgehalten worden.
Elf Tage nach ihrer Rückkehr aus Wuhan klagte die Frau über Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, trockenen Husten, Schmerzen in der Brust, leichte Atemnot und Fieber. Die Ärzte stellten bei der Aufnahme in ein Krankenhaus in Melbourne eine Temperatur von 38,5 Grad fest. Der Puls lag bei 120, der Blutdruck bei 140 zu 80. In der Lunge waren beim Ausatmen Rasselgeräusche zu hören.
Die Ärzte stellten dann am vierten Tag eine Coronavirus-Infektion fest, nachdem sie einen Abstrich im Nasen-Rachen-Raum gemacht hatten. Das wiederholte sich an den Tagen fünf und sechs, doch bereits am siebten Tag war der Abstrich negativ, das Immunsystem hatte die Kontrolle über die Infektion übernommen.

Medikament erhielt die Corona-Patientin nicht

In den folgenden Tagen erholte sich die 47-Jährige von der Erkrankung, ohne jegliche Einnahme von Medikamenten, Sauerstoff oder Steroide. Sie wurde nach elf Tagen dann nach Hause entlassen und konnte nach einer Selbstquarantäne in den folgenden Tagen vollständig genesen. Symptomfrei war sie nach 13 Tage, auch eine Kontrolluntersuchung nach 20 Tagen war negativ.

Die Frau war während ihrer Behandlung von einem Forscherteam vom Doherty Institut in Melbourne begleitet worden. Um die Reaktionen des Immunsystems zu verstehen, wurden regelmäßige immunologische Untersuchungen durchgeführt.

Immunzellen im Blut geben auch bei Grippe Anzeichen für Heilung

Oanh Nguyen, Mit-Autorin der Studie, sagte dazu: „Drei Tage, nachdem die Patientin im Krankenhaus aufgenommen wurde, sahen wir große Mengen verschiedener Immunzellen. Diese sind oftmals während einer Grippesaison ein erstes Anzeichen dafür, dass sich der Patient erholt. Also sagten wir voraus, dass sich die Patientin in drei Tagen erholen würde – und das ist genau das, was passierte“.

Eine erste Immunreaktion wurde am siebten Tag verzeichnet, als die Viren nicht mehr im Abstrich messbar waren. Hingegen konnten Ärzte eine erhöhte Anzahl von Antikörper produzierenden Zellen messen. Am Tag acht wurden die höchsten Werte erreicht.

T-Helferzellen erhöht, Monozyten vermindert

Es sei dabei zu einem signifikanten Anstieg der follikulären T-Helferzellen gekommen. Sie spielen bei der Produktion von Antikörpern eine wichtige Rolle. Und auch die für die Zerstörung von Zellen mit vermehrten Vireneinlagerungen CD8-postiven T-Zellen seien angestiegen. Hingegen verminderte sich die Anzahl der Monozyten. Als ein Zeichen dafür, dass die Zellen für die Beseitigung von Lungenentzündungen rekrutiert wurden, sieht dies die Studienleiterin Katherine Kedzierka. Die Monozyten sind für die Beseitigung der zerstörten Zellen zuständig. Es liegt demnach die Vermutung nahe, dass das Blut die Monozyten zum Ort der Infektion geschickt hat. „Wir konnten zeigen, dass obwohl Covid-19 von einem neuartigen Virus verursacht wird, eine robuste Immunantwort über unterschiedliche Zelltypen mit einer klinischen Erholung verbunden werden konnte – ähnlich zu dem, was wir bei Influenza beobachten“, sagt dazu Katherine Kedzierka.

Wenn es darum geht, die Heilung einer Covid-19 Erkrankung zu verstehen, so ist die ein „unglaublicher Fortschritt“. So hoffen dann auch die Forscher, international ihre Arbeit ausbauen zu können und somit zu verstehen, warum manche Menschen an Covid-19 sterben. Auch soll somit das Wissen rund um Covid-19 aufgebaut werden.

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