Europaparlament beschließt Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik

Am Mittwoch entschied das Europaparlament für den Verbot von Einweggeschirr, Trinkhalmen und Wattestäbchen sowie weiterer Wegwerfprodukte aus Plastik. Der Grund dafür ist das bedrohliche Ausmaß an Plastik in den Meeren.

So geht es nicht weiter, denn wenn es so weiter geht, dann schwimmen in den Weltmeeren bis zum Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische herum. Das gibt dem Europaparlament den Anstoß für ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik. Den Kampf gegen den Kunststoffmüll sollen nun das Parlament und der Rat der EU-Staaten gemeinsam führen.

Lediglich ein Drittel des Plastikmülls wird in Europa gesammelt und wiederverwertet, der Rest landet auf Müllkippen und auch im Meer. Trotz Pfandflaschen und grüner Punkt nimmt die Menge an angespülten Kunststoffabfällen stetig zu und gefährdet damit nicht nur die Weltmeere, sondern auch die Gesundheit von Mensch und Tier.

85 Prozent landen im Meer
Meerestiere und Vögel fressen Kunststoff oder verheddern sich in weggeworfene Plastiktüten und Plastiknetzen und gehen elendig daran zu Grunde. Und der Mensch gerät auch immer mehr in Gefahr. So konnten bereits Plastikpartikel, die über die Nahrung aufgenommen werden, im menschlichen Körper entdeckt werden.
Daher sollen Produkte wie Strohhalme, Plastikgeschirr, Kunststoffbesteck, Wattestäbchen und sogar Ballons verboten werden. Die EU-Kommission will nur jene Produkte verbieten, für welche es bereits eine plastikfreie Alternative gibt.
Auch aufgeschäumte Behältnisse, wie die für Essen, Obstschalen, Eisverpackungen und Dessertbecher sollen in Zukunft durch umweltverträglichere Verpackungen ersetzt werden.

Mammutprojekt mit fraglichem Erfolg
Doch die Maßnahmen stoßen auf Gegenwehr. So müssen alle EU-Mitgliedstaaten einen Kompromiss finden, und der Beschluss vor der Europawahl im Mai 2019 durchgepeitscht werden.
Die Plastikindustrie will sich dagegenstellen. Ihrer Meinung nach würden wichtige Gesetze einfach beschlossen, welche ohne Abschätzung der Folgen für die Hygiene der Lebensmittel gemacht werden. Der europäische Verpackungsverband pack2go weist insbesondere auf die Millionen Verpackungen hin, welche von den EU-Bürgern täglich für Essen und Getränke zum Mitnehmen genutzt werden.

Aufklärung der Verbraucher
Die EU-Kommission möchte den Verbraucher besser informieren. Zukünftig sollen auf vielen Verpackungen Entsorgungshinweise aufgedruckt sein. Auch Informationen über die Schäden, die das Produkt auf Umwelt und Gesundheit haben kann, sollen auf der Verpackung stehen.
Beim Luftballon wird es dann kritisch. CDU-Abgeordnete Peter Liese meint: „Ich finde es deshalb unverhältnismäßig, wenn wir den Menschen, insbesondere den Kindern, den Spaß verderben.“