Eine medizinische Weltneuheit bietet Hoffnung für viele Frauen

Ärzte müssen für eine Gebärmutter-Transplantation lebende Spenderinnen finden. Jetzt ist es den Medizinern gelungen mit dem Uterus einer toten Frau eine erfolgreiche Schwangerschaft durchzuführen. Skepsis und Hoffnung für Frauen, welche keine Kinder bekommen können.

Es ist eine Sensation in der Medizinwelt. Bisher mussten die Ärzte eine lebende Frau für den komplizierten Eingriff finden. Doch nun hat eine Frau mit dem Uterus einer Toten ein Kind zur Welt gebracht. Das Kind kam völlig gesund zur Welt. Ein Hoffnungsschimmer für all die Frauen, welche einfach keine Kinder bekommen können.

Durchbruch in der Transplantation
Der Versuch mit der Verpflanzung einer Gebärmutter wurde schon viele Mal gemacht. Im September 2013 gelang es schwedischen Medizinern eine erfolgreiche Geburt nach der Gebärmutter-Transplantation von einer lebenden Spenderin, durchzuführen. Weltweit wurden so bisher elf Kinder zur Welt gebracht, so die Fachzeitschrift „Lancet“.

Bisher scheiterte jeder Versuch den Uterus einer Toten zu verwenden. Geschafft haben es die brasilianischen Ärzte. Eine Frau mit dem „Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKHS)“ wurde von den Ärzten behandelt. Bei diesem angeborenen Syndrom fehlt vor allem die Gebärmutter. Die 32-jährige Frau könnte nie Kinder bekommen.

Den Ärzten gelang es den Uterus einer verstorbenen 45-Jährigen in den Körper der 32-jährigen Patientin zu implantieren. Die Verstorbene hatte bis zu ihrem Schlaganfall mit folgendem Hirntod in ihrem Leben drei Kinder zur Welt gebracht.

10 Stunden Operation
Das Team um den Arzt Ejzenberg pflanzte der Frau das Organ ein. Dabei wurde das Organ mit Blutgefäßen und der Vagina vernäht. Die Operation dauerte über zehn Stunden. Nach der erfolgreichen Transplantation musste die Organempfängerin Immunsuppressiva einnehmen. Nach nur fünf Monaten entwickelte die Frau die typischen monatlichen Blutungen.

Bereits vor der Transplantation, hatten die Ärzte der Frau Eizellen entnommen und diese künstlich befruchtet. Die Eizellen wurden nur sieben Monate nach der Operation in die transplantierte Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Dann geschah das kleine Wunder. Die Eizellen entwickelten sich ganz normal, die Schwangerschaft verlief völlig normal und in der 36. Schwangerschaftswoche konnten die Ärzte der Mutter ein gesundes kleines Mädchen in die Arme legen. Das kleine Mädchen musste per Kaiserschnitt geholt werden, wog aber 2250 Gramm und war 45 Zentimeter groß.

Die Gebärmutter musste während des Kaiserschnitts entfernt werden. Dennoch sind Mutter und Tochter wohlauf und glücklich.
Der Gynäkologe Ejzenberg erklärte gegenüber der „Lancet“-Zeitung: „Die Nutzung verstorbener Spenderinnen könnte den Zugang zu dieser Behandlung deutlich ausweiten, und unsere Resultate belegen die Machbarkeit einer neuen Option für Frauen mit Gebärmutter-basierter Unfruchtbarkeit.“