E-Zigaretten-Raucher: Hunderte leiden an mysteriöser Lungenkrankheit – erste Todesfälle

Die Zahl der mysteriöse Lungen-Erkrankungen im Zusammenhang mit E-Zigaretten hat sich vervierfacht, inzwischen gibt es Tote – und einen ersten Verdacht.

Seit Sommer häufen sich die Meldungen um eine mysteriöse Lungenkrankheit, die bei Rauchern von E-Zigaretten in den USA aufgetreten ist. Die US-Gesundheitsbehörde „Center for Disease Contral and Prevention“ (CDC) geht inzwischen von 450 Erkrankungen aus. Mitte August meldete die Behörde noch rund 100 Fälle. Damit hat sich die Zahl der Erkrankungen inzwischen mehr als vervierfacht. Darüber hinaus bestätigt die CDC inzwischen drei Todesfälle in Illinois, Oregon und Indiana. Weitere zwei E-Raucher sollen in Kalifornien und Minnesota gestorben sein. US-Behörden registrieren damit bereits fünf Tote in Folge einer mysteriösen Lungenerkrankung, die mit E-Zigaretten in Zusammenhang gebracht wird.

Ein Phänomen in den USA
Die neuen Erkrankungen sind ein Phänomen in den USA. Allen Fällen gemeinsam ist, dass die Betroffenen E-Zigaretten rauchten. Die meisten waren jung und überwiegend gesund. Sie erlitten im Folge der Erkrankung leichte bis lebensgefährliche Atembeschwerden und Schmerzen in der Brust. Einige Fälle waren so heftig, dass die Patienten in ein künstliches Koma versetzt und künstlich beatmet werden mussten. Antibiotika halfen nicht. Sie verschlimmerten die Symptome sogar. Manche Patienten litten außerdem unter Erbrechen und Durchfall. US-Medien berichten, dass viele der Erkrankten Mischungen rauchten, die THC enthielten, den psychoaktiven Wirkstoff der Cannabis-Pflanze. Diese Produkte sind in einigen Bundesstaaten der USA legal.

Dennoch ist unklar, woran genau die Raucher der E-Zigaretten erkranken. Die kaufbaren und selbstgemachten Aroma-Mixturen sind unübersichtlich. Klar ist aber, dass die Erkrankungen sich bisher auf die Vereinigten Staaten von Amerika beschränken. In Europa ist kein einziger vergleichbarer Fall bekannt.

Cannabisprodukte mit Vitamin E unter Verdacht
Die US-Behörden betonen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine bestätigten Rückschlüsse auf eine Ursache gibt. Verdachtsmomente gibt es dennoch. US-Medien berichten, dass in mehreren Fällen der Konsum des Cannabis-Wirkstoffes THC bestätigt wurde. Laut „Washington Post“ enthielten die unter Verdacht stehenden Liquids (Aroma/Wirkstoff-Mischungen für E-Zigaretten) ein Vitamin-E-Azetat. Eine CDC-Sprecherin bestätigte, dass das Vitamin-E-Azetat in einigen Fällen nachgewiesen wurde. Man sehe jedoch von voreiligen Rückschlüssen ab. Nach den Erkenntnissen des CDS gebe es derzeit noch keine Verbindung zu einem Produkt oder einer Substanz, die für alle Fälle bestätigt werden könne.