Downhill-Skateboard-Weltcup: Profi stirbt vor der Ziellinie

Der 18-jährige Skate-Profi Allysson Pastrana ist beim Downhill-Skateboard-Weltcup tödlich verunglückt.

Beim Downhill-Skateboard-Weltcup in Rio de Janeiro ging es am Sonntag um den Einzug ins Viertelfinale. Der Brasilianer Allysson Pastrana jagte mit etwa 90 km/h die kurvenreiche Strecke im Tijuca-Stadtwald hinunter. Kurz vor der Ziellinie kam dem Sportler ein Motorrad des Veranstalters entgegen. Es gab kein Ausweichen mehr. Der Brasilianer krachte direkt in das Motorrad, das mit etwa 60 km/h unterwegs gewesen sein soll. Pastrana wurde bei dem Zusammenstoß so schwer verletzt, dass er wenig später starb. Es war sein erstes Jahr in der Profi-Liga. Der 18-Jährige hatte sich zuvor drei Jahre lang in den Meisterschaften der Jugendklassen bewiesen.

Drei weitere Sportler sollen in Folge des Unfalls verunglückt sein. Sie wurden aber nur leicht verletzt. Die Veranstaltung wurde nach dem tragischen Vorfall abgebrochen.

Meisterschaften für Ruhm und Ehre
Die Downhill-Skater der Welt werden nicht von großen Sportveranstaltern gefördert. Die Preise der Sieger sind überschaubar und reichen keinesfalls, um davon zu leben. Nicht selten hetzen die Skater illegal über frei zugängliche Straßen. Die Meisterschaften finden alle Jahre wieder statt, auch in Deutschland. Für Ruhm und Ehre hetzen die Skate-Athleten auf waghalsigen Strecken mit immensen Geschwindigkeiten ihre Pisten hinab. Meistens sind das gut gepflegte, wenig befahrene und steile Straßen.

Es geht um den Kick
Die Süddeutsche ist dem Phänomen 2010 auf den Grund gegangen. Die Zeitung befragte einen Stuttgarter Downhiller, was dahintersteckt: „Ich brauche den Kick, an die eigenen Grenzen zu gehen“, erklärte der Skater, den seine Freunde Huge nennen, „ansonsten ist mir das Alltagsleben einfach zu langweilig“. Ein anderer ergänzte: „Man muss wie im Schlaf bremsen können, ganz automatisch ohne nachzudenken, sonst kann das tödlich enden.“

Das Stuttgarter Team setzte sich aus Softwareentwicklern, Gärtnern und Büroangestellten zusammen. Sie alle führten ein normales Leben in einem normalen Job und gingen in ihrer Freizeit dem gefährlichen Sport nach. Um sich vor schweren Verletzungen zu schützen, tragen die Extrem-Skater Motorradkleidung. Ihre natürlichen Feinde sind Autos, Kies und die Polizei.

Flucht wie Gangster
Weil die Übungsstrecken in der Regel öffentliche Straßen sind, ist die Polizei immer wieder hinter den Skatern her. Das Stuttgarter Team erklärte der Süddeutschen, dass sie deshalb sogar Fluchtwagen nutzen. Am Ende der Strecke werden die Autotüren aufgerissen, Skater und Brett werfen sich ins Auto und dann verschwinden sie, weg von der Polizei, zum nächsten Adrenalinkick.