Die Familie des 10-jährigen Holzklotz-Werfers steht unter Polizeischutz

Nach dem schrecklichen Tod des kleinen Ibrahim, sind die Eltern auf dem Weg nach Hause, um ihren einzigen Sohn in Grozny beisetzen zu können. Aufgrund der zahlreichen Drohungen steht der 10-jährige Holzklotz-Werfer mit seiner Familie unter Polizeischutz.

Es könnte einem das Herz zerreißen, die vielen Blumen und Kerzen, welche dort abgelegt wurden, an welchem der 8-jährige Ibrahim von einem Holzklotz derart getroffen wurde, dass er daran verstarb. Im Märkischen Viertel in Berlin, um 13.30 Uhr am vergangenen Sonntag, wurde der kleine Junge von einem Balkon des 15-stöckigen Hochhauses getroffen.

Die Ermittler konnten anhand von einer Überwachungskamera feststellen, dass ein wenig älterer Junge mit einem ca. 50 cm langen Birkenstammstück in das Hochhaus lief. Die Beamten gehen davon aus, dass der 10-Jährige das Holzstück auf den Balkon wuchtete und dann von der Balustrade herunterfallen ließ, genau darunter spielte der 8-jährige Ibrahim gerade mit seinem Cousin und besten Freund Halid (10), als das ca. 35 cm dicke Stück auf seinen Kopf fiel.

Wenig später verließ der Holzklotz-Werfer das Haus wieder und muss dabei an dem am Boden liegenden Ibrahim vorbeigelaufen sein, denn es gibt in dem Hochhaus nur eine Eingangstür.

Die Polizei fuhr am Dienstag zur Grundschule des Täters und nahm den Jungen in Gewahrsam. Der Junge gestand die Tat und erklärte, dass er den Stamm mit Absicht heruntergeworfen hatte, allerdings nicht bedachte, damit jemanden verletzten oder gar töten zu können.
Die Ermittler stellten fest: „Wir gehen von einer Vorsatztat aus. Dennoch: Der Junge ist 1,40 bis 1,50 Meter groß und war nicht in der Lage, beim Werfen runter zu gucken“.

Nun steht die Familie des 10-Jährigen unter Polizeischutz, da die Beamten so eventuelle Racheakte gegen die Familie verhindern möchte.
Das Schicksal des Holzklotz-Werfers ist allerdings noch unklar. Hans Reinhardt, Fachanwalt für Strafrecht erklärte dazu: „Ein Täter unter 14 Jahre gilt in Deutschland als strafunmündig. Sollten erhebliche Erziehungsdefizite bestehen, kann nur pädagogisch eingegriffen werden.“

Demnach wird die Polizei nun das Jugendamt hinzuziehen, im Falle eines Falles kann der Junge sogar in ein Heim gebracht werden.

Ibrahim wird nie wieder mit seinem besten Freund und Cousin Halid spielen können. Dem Jungen geht es immer noch sehr schlecht, er erlebte das Unglück hautnah mit. Seine Mutter erzählt: „Mein Sohn kann kaum schlafen. Jede Stunde bekommt er Schlaftee. Wenn er die Augen schließt, sieht er den toten Ibrahim immer wieder vor sich.“