Die Demonstrationen in Frankreich eskalieren, es herrschen Zustände wie im Krieg

An die 125.000 Demonstranten mobilisierte die Bewegung der „Gelbwesten“ und sie sorgen für gewalttätige Zusammenstöße mit der Polizei. Wieder ist Paris zum Zentrum des Terrors geworden und die Polizei scheint machtlos.

Die Straßen von Paris gleichen einem Schlachtfeld, überall werden Geschäfte geplündert, Autos brennen und die Demonstranten versuchen Barrikaden zu errichten. Alles erinnert an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789.

Zerstörung und maßlose Wut
Schon seit Wochen demonstrieren die „gilets jaunes“ – die „Gelbwesten“, doch nun scheint der Protest seinen bisherigen Höhepunkt erreicht zu haben. Trotz eines massiven Aufgebots and Beamten und Sicherheitskräften, konnte das Aufflammen der aggressiven Krawalle nicht verhindert werden. Selbst der Einsatz von Tränengasgranaten konnte die Proteste nicht stoppen.

In ganz Frankreich herrscht der Ausnahmezustand, über 125.000 Menschen beteiligten sich an den Protesten, so der Innenminister Christophe Castaner. An die 10.000 Menschen allein protestierten in der Landeshauptstadt, mehr als 700 Demonstranten wurden in Paris festgenommen.
Im ganzen Land wurden insgesamt 1400 wütende Protestanten festgenommen worden, dabei wurden knapp 120 verletzt. Auch auf Seiten der Sicherheitskräfte gab es nahezu 20 Verletzte.

Deutschlands Nachbar erlebt nun das vierte Wochenende in Folge mit dem massiven Protest der „Gelbwesten“. Dabei versuchten die Beamten von Paris schon vor dem Start der Proteste Menschen dingfest zu machen.

Randalierer und friedliche Demonstranten
Die sonst so beeindruckende Champs-Élysée erinnert an eine Straße aus einer Geisterstadt. Am Mittag ging es dann wieder los. Polizei und Demonstranten lieferten sich Straßenkämpfe, umgeben von Rauch und Tränengasdunst. Mit Holzbrettern vernagelte Geschäfte auf dem Prachtboulevard werden zerstört und geplündert. Autos werden in Brand gesetzt und Barrikaden gebaut. Mithilfe von Wasserwerfern versuchten die Polizisten die Demonstranten zurückzudrängen.

Neben den aggressiven Demonstranten, die den Aufruhr als willkommene Gelegenheit sehen, zu plündern und zu zerstören, gibt es viele Demonstranten die vollkommen friedlich protestieren. Die Regierung verschob, als Antwort auf den massiven Protest, die geplante Steuererhöhung für Diesel und Benzin. Doch damit geben sich die „Gelbwesten“ schon nicht mehr zufrieden. Jetzt fordern sie allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne, sowie den Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron.

US-Präsident Trump „liebt Frankreich“
In einem Tweet gibt der US-Präsident seine ganz eigene Deutung der Proteste in Frankreich preis. Er ist davon überzeugt, dass sich die Demos gegen das Pariser Klimaabkommen richten. Angeblich sollen die Demonstranten gerufen haben „We want Trump“. Trump schreibt daraufhin: „Das Pariser Abkommen läuft nicht so gut für Paris. Proteste und Aufstände in ganz Frankreich“, twitterte Trump. „Die Menschen wollen keine Unsummen zahlen, (…) um vielleicht die Umwelt zu schützen“. Ein Großteil davon fließe zudem an Drittweltstaaten mit zweifelhaften Regierungen.“

Die Antwort aus Frankreich kam prompt. „Nein, es habe nichts damit zu tun, keiner wolle Trump, er solle bitte weit weit weg bleiben“.