Chaoten sprengen Baustelle in Leipzig in die Luft

In der Nacht zu Donnerstag sind die Anwohner einer Baustelle in Leipzig durch einen lauten Knall aufgeschreckt worden. Auf einer Baustelle standen urplötzlich drei Baukräne in Flammen. Die angrenzenden Wohnungen mussten evakuiert werden, da die Kräne hätten umstürzen können.

In der Nacht zum Donnerstag haben auf einer Baustelle in Leipzig drei Baukräne und ein Bagger gebrannt. Derzeit geht die Polizei von Brandstiftung aus, die Ermittlungen sind vom Landeskriminalamt übernommen worden.

Bauträger schon mehrfach Opfer von Brandanschlägen

Dirk Münster, Leiter der Abteilung Staatsschutz im sächsischen Landeskriminalamt sagte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt. „Insbesondere am heutigen Datum, dem Tag der Deutschen Einheit.“ Trotzdem werde davon unabhängig in alle denkbaren Richtungen ermittelt. Durch die Täter sei nicht nur ein erheblicher Sachschaden entstanden, die brennenden Kräne hätten auch jederzeit umstürzen können. Dadurch haben sie mutwillig eine Gefährdung von Menschenleben auf den anliegenden Grundstücken und Nutzern der Straße in Kauf genommen. Es sind nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Euro Schaden entstanden. Die CG-Gruppe baut auf dem Gelände an der Prager Straße derzeit vier große Wohntürme. Nach Angaben der Polizei war der Bauträger bereits mehrmals Ziel von Brandanschlägen, so auch 2016, als sechs Fahrzeuge der Firma Opfer von Flammen wurde.

Leipziger OB Jung spricht bei der Tat von einem Terroranschlag

Auch der Oberbürgermeister der Stadt, Burkhard Jung von der SPD, zeigte sich bestürzt. „Wir sind konfrontiert mit einer massiven Gewalttat, bei der die Täter kaltblütig ohne Rücksicht auf das Leben der Nachbarn gehandelt haben. Die Polizei verdient jede Unterstützung, um die Hintergründe aufzuklären.“ Er bezeichnete die Tat ganz konkret als Terroranschlag. Der Staat müsse daher mit aller Konsequenz darauf antworten.

Dicker Rauch und lautes Knallen

Zwei der Kräne brannten trotz dem schnellen Eintreffen der Feuerwehr vollständig aus, ein dritter wurde schwer beschädigt. Da immer wieder auch Gasflaschen, die auf der Baustelle gelagert waren, explodierten, gestalteten sich die Löscharbeiten auf dem Gelände des ehemaligen technischen Rathauses als sehr schwierig. Wie Anwohner berichteten, waren kurz nach Mitternacht eine halbe Stunde lang immer wieder laute Knallgeräusche zu hören. Zu einer starken Rauchentwicklung kam es durch brennendes Baumaterial. Auf Grund dessen mussten rund 40 Anwohner vorübergehend ihre Wohnungen verlassen und konnten erste gegen 3 Uhr in der Früh wieder zurück in ihre Häuser. Eine angrenzende Gartenanlage wurde bis auf weiteres gesperrt.