Bunte Demokraten siegen bei den Midterms, dennoch feiert sich Donald Trump

Erstaunlich und doch nicht überraschend. Der US-Präsident reagiert auf den Ausgang der Kongresswahlen in keinster Form überraschend. Ungehemmt feiert sich Donald Trump selbst, obwohl die Mehrzahl der Stimmen an die Demokraten ging.

Seine Regierung wird auf jeden Fall schwieriger, denn in Zukunft muss Trump gegen eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus regieren. Und dennoch twittert der US-Präsident in bester Trump-Manier seinen Erfolg.

„Magie kommt aus den Ohren“
„Nur fünf Mal in den vergangenen 105 Jahren hat ein amtierender Präsident bei den Zwischenwahlen Sitze im Senat hinzugewonnen“, erklärt Trump in einem Tweet und zitiert den konservativen Publizisten Ben Stein. „Herr Trump hat etwas Magisches an sich. Dem Typen kommt die Magie aus seinen Ohren. (…) Die Republikaner können unglaublich glücklich sein, ihn zu haben.“

Und nur ein paar Minuten später setzt Trump einen weiteren Tweet ab, in welchem die Republikaner sich sogar dankbar zeigen sollen. Er zitiert den „Fox Business“-Moderator Davis Asman in diesem Tweet: „Alle siegreichen Republikaner würden nun realisieren, wie wichtig Trumps Kampagne für sie gewesen sei. Sie schulden ihm ihre politische Karriere. Trump gefällt das natürlich.

Mehr Stimmen bedeuten nicht automatisch mehr Sitze

Nun fragt sich die ganze Welt, ob der Siegestaumel von Donald Trump auch Hand und Fuß hat. Fakt ist, dass die Mehrheit der abgegebenen Stimmen an die Demokraten ging. So haben die Demokraten gegenüber den Republikanern 7,1 Prozent mehr Stimmen geholt. Bei den Präsidentschaftswahlen in 2016 gingen auch die meisten Stimmen an die Demokraten, doch bei den sogenannten „Midterms“ (Zwischenwahlen) gilt das Mehrheitswahlrecht. Die Sitze werden im Verhältnis zur Bevölkerung der Bundesstaaten verteilt.

Wohlwollend gratulierte der amtierende US-Präsident den Demokraten zum Sieg im Repräsentantenhaus. Er rief sogar die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, an, um ihr zu gratulieren. Genau diese Frau könnte allerdings zu einer Gefahr für Trump werden. Nach dem Sieg, zeigt sich die 78-jährige Pelosi sehr kämpferisch. Sie bezeichnet den Sieg der Demokraten als „Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Kontrollen und Gegengewichte zur Trump-Regierung“.

Jung, muslimisch, indigen, homosexuell
Und im US-Repräsentantenhaus wird es wesentlich bunter. Mit ihrem Einzug ins Haus, schreiben manche gewählte Abgeordnete Geschichte. Zum einen werden deutlich mehr Frauen dort sitzen. So sind eine gerade mal 29-jährige Demokratin, Alexandra Ocasio-Cortez, zwei muslimische Frauen und erstmals zwei, von den amerikanischen Ureinwohnern abstammende Frauen, dabei. Auch ein homosexueller Politiker, Jared Polis, ist dabei.