Brauereien wollen Pfand auf leere Bierkisten drastisch anheben

Knatsch um Kisten am Biermarkt. Aktuell liegt das Pfand für leere Bierkisten bei 1,50 Euro. Dieser soll nun nach Meinung des Bundesverbandes privater Brauereien mehr als verdreifacht werden. Demnach soll das Pfand dann bundesweit mindestens fünf Euro betragen. In Bayern denken einzelne Brauereien über noch höhere Abgaben nach.

Der Geschäftsführer des Verbandes, Roland Demleitner, warnte nun davor, dass das Pfandsystem zersplittern könnte, wenn es keine einvernehmliche Lösung gibt. „Das Pfand wurde bestimmt seit 40 Jahren nicht mehr erhöht.“

Brauereien müssen immer mehr Bierkisten anschaffen

Der Hintergrund für diese Diskussion ist, dass es sich für viele Verbraucher und Großhändler nicht lohne, für das Geld die Kisten an die Brauereien zurückzugeben. Dadurch sind die Brauereien gezwungen, immer neue Kisten anzuschaffen, was letztendlich mächtig ins Geld geht. Rund eine Million Bierkisten werden pro Jahr nach Verbandsangaben nicht an die Brauereien zurückgegeben.

„Privatleute vergessen die Kisten im Keller oder basteln sich daraus Möbel“, so Georg Rittmayer, der Präsident des bayerischen Landesverbands für private Brauereien ist. Auch nähmen Urlauber Kisten in die Heimat mit. Der dortige Großhändler schreddere dann eher die Kisten und verkaufe das Plastikgranulat als sie an die Unternehmen zurückzusenden. Dies sei kostengünstiger als ein Transport durch die gesamte Republik. Besonders hart trifft dies kleinere Brauereien, die weniger Kisten brauchen und diese dann nicht entsprechend günstig wie Großbrauereien einkaufen können.

Verbraucherverband warnt vor Rückkehr zum Einweg

Mit gemischten Gefühlen reagierte die Verbraucherzentrale auf das Vorhaben. Ein Sprecher sagte: „Wir unterstützen natürlich den Mehrweggedanken aus Nachhaltigkeitsgründen. Dass eine Kiste eine gewisse Wertigkeit hat und nicht kostenlos für den Verbraucher produziert werden kann, ist uns auch klar.“ Daraus dürfe dann aber keine Rückkehr zu Einwegprodukten entstehen. „Wenn der Preis für die Bierkiste abschreckt und das dazu führt, dass man wieder zur Dose greift, wäre das natürlich fatal“, sagte der Sprecher. Daher müsse eine Relation geschaffen werden. Dies hieße im Klartext, dass auch das Einwegpfand teurer werden müsste.

Aus dem Freistaat kommt daher die Drohung eines Alleinganges. Sollte bis zum März 2020 keine einheitliche Regelung für das gesamte Bundesgebiet geben, so wollen 40 Brauereien im Freistaat das Pfand auf leere Bierkisten auf sechs Euro erhöhen. Dies kündigte Georg Rittmayer an. Widerstand gegen Alleingänge kommt umgehend von der Verbraucherzentrale.

Im Gegenzug wollen die Brauereien hart bleiben. „Wir wollen eine bundesweite Lösung, aber vielleicht geht’s nur mit Druck“, sagte Rittmayer. Seit Jahresbeginn laufen bereits Gespräche zwischen di#en Brauereiverbänden in ganz Deutschland. Die Erhöhung wollen alle, am besten auch einheitlich. „Es kann nicht jede Kiste ein anderes Pfand haben, das wäre viel zu kompliziert“, sagte Walter König vom Bayerischen Brauerbund. In diesem Verband sind vor allem die bayerischen Großbrauereien organisiert. Es solle eine bundesweite, clevere Lösung gefunden werden.