Bayern: Diakon soll seine damals 15-jährige Ministrantin vergewaltigt haben

Ein bayerischer Diakon steht unter Verdacht ein 15-jähriges Mädchen während eines Ausflugs sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Das Mädchen diente der katholischen Kirche als Ministrantin.

Die Kette an Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche will einfach nicht abreißen. Erneut sorgt ein Fall von sexueller Belästigung und Missbrauch für Schock und Entsetzen in der katholischen Glaubensgemeinde. Nun sitzt ein Geistlicher in Haft und ihm soll recht bald der Prozess gemacht werden. Der 65-jährige Diakon aus Bayern wird vorgeworfen eine Ministrantin vergewaltigt zu haben.

Die Klage wurde Anfang November dieses Jahres beim Amtsgericht in München eingereicht. Der katholische Diakon soll die damals minderjährige Ministrantin vergewaltigt haben, so die Staatsanwaltschaft München. Die Vergewaltigung soll im Mai des Jahres 2015 stattgefunden haben. Der Diakon war mit dem 15-jährigen Mädchen unterwegs auf einer Fahrt in die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Bayern. Die Ermittler werfen dem Geistlichen vor sich an der Minderjährigen sexuell vergangen zu haben. Der Mann sitzt seit einiger Zeit in Untersuchungshaft, laut der Abendzeitung München. Der 65-jährige Diakon wartet auf den Prozessstart.

3677 missbrauchte Kinder
Es ist eine Mammutaufgabe für die katholische Kirche, denn seit Jahren versucht die religiöse Institution die vielen Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche aufzuarbeiten. Die Bischofskonferenz hatte eigens dafür eine Studie erstellen lassen und veröffentlicht. Aus der Studie von Ende September geht hervor, dass im Zeitraum zwischen 1946 und 2014 wenigstens 1670 Geistliche der katholischen Kirche an die 3677 Minderjährige sexuell missbraucht hatten. Die Dunkelziffern sind hierbei noch nicht inbegriffen.

Die Wissenschaftler, welche an der Studie beteiligt waren heben als Grund für den sexuellen Missbrauch die problematischen Strukturen in der katholischen Kirche hervor. Zwei wichtige Punkte in der Studie stellen das umstrittene Zölibat und die stark vorhandene Macht mancher Kleriker in der Kirche. Im ersten Fall geht es um die Verpflichtung der Priester nicht zu heiraten, im zweiten Punkt um die nahezu uneingeschränkte klerikale Macht einiger Geistlicher in der Kirchenhierarchie.

Zölibat und Macht
Daraufhin forderte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) grundlegende und umfassende Reformen der Kirche. In einem Beschluss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken vom Freitag in Bonn erklären die Beteiligten: „Innerkirchliche, klerikalistische Machtstrukturen müssen zeitnah aufgebrochen werden, denn das Problem liegt im System“.