Australier aß eine Schnecke – acht Jahre später stirbt er

Der Australier Sam B. aß mit 19 eine Schnecke – mit fatalen Folgen. Acht Jahre später stirbt er daran.

Es sollte nur eine Mutprobe sein, als der 19-jährige Australier Sam B. spontan eine vorbei kriechende Schnecke aß. Doch der Scherz veränderte sein Leben dramatisch. Einer seiner Freunde berichtete im australischen Fernsehen: „Wir saßen zusammen und tranken Rotwein, versuchten, uns wie Erwachsene zu benehmen, und eine Nacktschnecke kroch über den Innenhof“, sagte Jimmy G. in der australischen TV-Sendung „10 Daily News“. „Sam sagte: Soll ich die essen? – und tat es. So ist es passiert.“

Wenige Stunden später wurde es dem damals 19-Jährigen schlecht. Einige Tage später kamen Schwindelgefühl und heftige Schmerzen in den Beinen hinzu. Es ging ihm so schlecht, dass er bald einen Arzt aufsuchte. Es stellte sich heraus, dass die Schnecke mit einem Ratten-Lungenwurm infiziert war. Eigentlich tragen Nagetiere diesen Parasiten in sich. Aber Schnecken gelten als Zwischenwirte. Sie können den Ratten-Lungenwurm in sich tragen, wenn Sie Überreste von infizierten Nagetieren gefressen haben.

An den Rollstuhl gefesselt
Der Parasit befiel das Gehirn des jungen Mannes. Durch die folgenschwere Entzündung fiel er ins Koma. Es dauert 420 Tage bis er wieder zu sich kam. Erst drei Jahre später konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Aus dem sportlichen jungen Mann war ein schwerkranker Pflegefall geworden: Querschnittsgelähmt, an den Rollstuhl gefesselt, immer wieder von Anfällen geplagt. Seine Mutter pflegte ihn, seine Freunde organisierten Spenden. Die Lebensfreude soll er sich trotz allem bewahrt haben. Doch vor wenigen Tagen, im Alter von 28 Jahren, verlor der ehemalige Rugby-Spieler den Kampf gegen die Infektion.

Weit verbreitet
Die ersten Ratten-Lungenwürmer wurden in den 1940er-Jahren in Taiwan entdeckt. Inzwischen ist der Parasit über weite Teile der Südhalbkugel verbreitet. Es wird vermutet, dass er über den weltweiten Schiffsverkehr weitertransportiert wurde. Sowohl in Südostasien als auch in der Karibik und in den USA sind Fälle bekannt.

Keine Behandlung möglich
Manche Menschen können den Parasitenbefall symptomfrei auskurieren. Bei anderen breitet die Larve des Fadenwurms sich im Nervensystem und im Gehirn aus. Dann nimmt die Infektion einen qualvollen Verlauf wie bei Sam B. Es gibt keine wirksame Behandlung gegen den Ratten-Lungenwurm. Patienten werden lediglich mit Antibiotika behandelt, um das Immunsystem zu unterstützen. Auch Schmerzmittel kommen zum Einsatz, um die Symptome zu lindern.