Auf der Spur von „Mia“: Zweite Babyleiche gefunden

Baby „Mia“ wurde tot zwischen Altkleider-Spenden gefunden. Die Spur führte nach Duisburg. Dort fand die Polizei ein zweites, totes Baby.

Am 17. November fanden polnischer Kleidersortierer ein totes Baby zwischen Kleiderspenden. Ermittler gaben dem Mädchen den Namen „Mia“ und fanden schnell heraus, dass sie in Duisburg in einen Kleidercontainer geworfen worden war. Mit Leichenspürhunden und Hinweisen aus der Bevölkerung suchte die Polizei nach der Mutter von „Mia“. Nachdem einer der Hunde angeschlagen hatte, führte die Spur in die Wohnung einer 35-jährigen Frau aus Duisburg. Doch die Ermittler machten dort einen traurigen Fund, der noch mehr Fragen aufwarf: In der Wohnung der Tatverdächtigen befanden sich die sterblichen Überreste eines weiteren Kinds.

Versteckt in Plastiktüten
In der Nacht zum Samstag fanden die Ermittler das zweite Baby eingewickelt in Bettlaken und versteckt in Plastiktüten. Auch Blutspuren auf Bettlaken wurden ausfindig gemacht. Aus Ermittlerkreisen heißt es, „die Frau gestand die Geburt dieses Kindes“. Mit „Mia“, die im Altkleidercontainer gefunden wurde, wolle sie jedoch nichts zu tun haben. Gegen die Mutter wurde Haftbefehl wegen Verdachts auf Totschlag erlassen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Zusammenhang noch unklar
Noch ist unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Funden gibt und wie die Babys zu Tode kamen. Über „Mia“, die in Polen gefunden wurde, ist bereits bekannt, dass sie nach ihrer Geburt bereits geatmet hatte. „Wir wissen genau, dass das Mädchen lebend geboren wurde. Unklar ist noch, was der Grund für ihren Tod war und wann der Tod eintrat“, sagte Daniel Prokopowicz, Sprecher der Bezirksstaatsanwaltschaft in Kielce zur BILD-Zeitung. Genaue Untersuchungsergebnisse zu den Todesumständen liegen den Behörden noch nicht vor.

Tatverdächtige wurde vom Jugendamt betreut
Die Tatverdächtige wurde schon vor dem Fund vom städtischen Jugendamt betreut. Dort habe man bereits mit der Aufarbeitung des Falles begonnen. Eine Sprecherin von Oberbürgermeister Sören Link (SPD) ließ erklären: „Wir bitten um Verständnis, dass wir in den nächsten Stunden keine weiteren inhaltlichen Fragen beantworten können, um dem Ergebnis der Untersuchung nicht vorzugreifen“, so die Sprecherin. „Wenn gesicherte Erkenntnisse vorliegen, werden wir selbstverständlich die Öffentlichkeit informieren.“ Unklar ist beispielsweise, ob oder warum niemand von der vermeintlichen Schwangerschaft der vom Jugendamt betreuten Frau gewusst hat.