Arztbesuche nun wieder verpflichtend für eine Krankschreibung

Ohne Besuch beim Arzt gibt es nun endgültig keinen Krankenschein mehr. Seit gestern ist die Ausnahmeregelung aufgehoben und jeder, der auf Grund einer Erkältung nicht arbeiten kann, muss sich dies nun wieder von einem Arzt direkt bescheinigen lassen.

Die bis zum 31. Mai geltende Ausnahmeregelung, sich per telefonischer Rücksprache mit dem Hausarzt bei leichten Atemwegserkrankungen für bis zu sieben Tage krankschreiben zu lassen, ist beendet. Die Regelung, dass der Patient dafür nicht in die Praxis musste, ist nun nach einem Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen aufgehoben worden.

Mehrmals war in den vergangenen Monaten die befristete Ausnahmeregelung verlängert worden. Dadurch sollte eine weitere Ansteckungsmöglichkeit verringert und die Arztpraxen entlastet werden.

Nach Ansicht des Deutschen Hausärzteverbandes sollte diese Sonderregelung bis mindestens Ende Juni verlängert werden, doch hat sich der Bundesausschuss schlussendlich dagegen entschieden. Als Grund wird angegeben, dass mittlerweile eine weitestgehende Ausstattung mit Masken und anderweitiger Schutzausrüstung gewährleistet ist. Hinzu kommen funktionierende Hygienekonzepte in den Arztpraxen. Somit ist sichergestellt, dass die ärztliche Versorgung ohne ein erhöhtes Infektionsrisiko in Anspruch genommen werden kann.

Spahn-Appell: „Gehen Sie zum Arzt!“

Der Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU ruft die Bundesbürger nun auch dringend auf: „Gehen Sie zum Arzt! Scheuen Sie sich nicht, bei Beschwerden eine Praxis und im Notfall ein Krankenhaus aufzusuchen! Rechtzeitige Behandlung kann Leben retten.“

Laut Spahn ist die Zahl der Arztbesuche und Behandlungen in einem Krankenhaus seit dem Ausbruch der Pandemie drastisch zurückgegangen. In seinem Aufruf erläutert Spahn denn auch: „Viele Patientinnen und Patienten haben offenbar Angst, sich anzustecken“. Doch sei diese Angst „unbegründet. Das Risiko ist sehr gering. Praxen und Krankenhäuser haben sich auf die Corona-Patienten eingestellt. Patienten mit Covid-19-Symptomen werden strikt von anderen Patienten getrennt. Ärzte und Pflegekräfte halten professionelle Sicherheitsauflagen ein, schützen sich und ihre Patienten“.

Krankenkassen-Gesundheitsfonds droht bis Jahresende das Geld auszugehen

Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit Beitragsmindereinnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung von rund vier bis fünf Milliarden Euro. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, geht dies aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage durch die Linksfraktion im Bundestag hervor. „Auf Basis der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Eckdaten ist mit derzeit geschätzten Beitragsmindereinnahmen gegenüber den bisherigen Annahmen des Schätzerkreises in einer Größenordnung von circa vier bis fünf Milliarden Euro zu rechnen“. Es besteht daher die Befürchtung, dass die Reserven des Gesundheitsfonds in Höhe von rund 10,2 Milliarden Euro bis zum Jahresende aufgebraucht sein werden.

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