Anschlag in Halle: Mindestens zwei Tote

Für die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt wurde eine amtliche Gefahrenwarnung ausgesprochen. Ein unbekannter Täter hat mindestens zwei Menschen erschossen und ist flüchtig.

UPDATE, 10.10.2019: Am Mittwoch war zunächst von mehreren Tätern die Rede. Im Laufe des Tages meldete de Polizei, dass es sich nur um einen Täter handele.

Die Stadt Halle hat am heutigen Mittwoch den Ausnahmezustand ausgerufen und spricht von einer „Amoklage“. Die Menschen im gesamten Stadtgebiet wurden aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und sich über Rundfunk und Fernsehen über die Gefahrenlage zu informieren. In Halle sowie im wenige Kilometer entfernten Landsberg schlugen schwer bewaffnete Täter zu und töteten mindestens zwei Menschen. Mehrere Personen wurden verletzt.

Täter weiter auf der Flucht
Ein Täter wurde mittlerweile festgenommen, mindestens ein weiterer Täter ist flüchtig. Er soll mittlerweile Richtung Leipzig geflüchtet sein. Entgegen einiger Gerüchte, gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, dass der Gesuchte oder die Gesuchten sich in der Leipziger Innenstadt aufhielten. Die Polizei warnt vor eilig verbreiteten Falschmeldungen.

Polizei vermutet rechtsextremen Hintergrund
Die Täter hatten offenbar versucht in eine Synagoge einzudringen. Diese Meldung bestätigte Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Halle. Es gelang den Tätern jedoch nicht, in das gut bewachte, jüdische Gebetshaus einzudringen. Weitere Schüsse sollen in einem Döner-Imbiss gefallen sein. Die Polizei bestätigte die Angaben noch nicht.

Vom Bundesinnenminsterium hieß es zunächst, dass zur Motivlage „keine seriöse Angaben“ möglich waren. Sicherheitskreise vermuten im Laufe des Nachmittags einen „eher rechtsextremen Hintergrund“. Ein gezielter Anschlag anlässlich des hohen, jüdischen Feiertags Jom Kippur sei denkbar. Erste Hinweise zum Geschehen ähneln dem Tatverlauf des Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland. Der australische Rechtsextremist Brenton Tarrant hatte dabei 51 Menschen erschossen und die Tat live im Internet übertragen.

Leipzig und Dresden verstärken die Sicherheitsvorkerhungen vor Synagogen. Berlin postiert Beamte vor jüdischen Einrichtungen. In ganz Sachsen-Anhalt wurde das Polizeiaufgebot verstärkt.

Maschinengewehr und Schrotflinte
Schüsse fielen ersten Berichten zufolge im Paulusviertel nördlich der Innenstadt von Halle und im 15 km entfernten Landsberg. Ein Augenzeuge berichtet, dass eines der Opfer ein „Mädchen“ oder „eine junge Frau“ gewesen sei. Der Täter sei mit Kampfausrüstung gekleidet gewesen. Er habe mit einer Schrotflinte gegen die Tür eines jüdischen Friedhofes geschossen. Dann habe er mit einem Maschinengewehr das Opfer niedergestreckt.

In Landsberg waren noch bis zum späten Nachmittag mehrere Spazialkräfte der Polizei im Einsatz. Verschiedene Einsatzfahrzeuge, zwei Rettungswagen und ein Hubschrauber wurden gesichtet. Die Polizei wollte hierzu keine Angaben machen und verwies Presserückfragen an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

Die Sicherheitslage ist noch immer angespannt. Verschiedene Nachrichtenportale berichten LIVE: