Akademiker-Paar hielt Handwerker vier Jahre als Sklaven gefangen

Ein reiches Ehepaar hielt sich einen Handwerker vier Jahre als Sklaven gefangen. Der Mann musste ohne Bett, Heizung oder Klo in einem Schuppen hausen.

Großbritannien: Eine 56-jährige Universitätsdozentin und ihr 54-jähriger Mann wurden wegen des Verdachts auf moderne Sklaverei festgenommen. Britische Ermittler hatten die skandalösen Zustände der Gefangenschaft bei einer Razzia aufgedeckt, nachdem es dem polnischen Mann gelungen war, in einem lokalen Gesundheitszentrum über seine Not zu berichten.

Ohne Klo, Bett oder Heizung
Demnach hatte das britische Paar den Mann aus Polen vier Jahre lang auf ihrem Grundstück gefangen gehalten und ihn dort unbezahlt zum Arbeiten gezwungen. Es heißt, sie ließen sich von ihrem Opfer die eigene Villa umbauen und renovieren. Der Zwangsarbeiter soll in dieser Zeit von abgelaufenen Lebensmitteln gelebt haben. In seiner „Unterkunft“, einem kaum ausgebauten Gartenschuppen, stand ihm weder eine Toilette, noch ein Bett oder eine Heizung zur Verfügung. Gemäß eigener Aussagen musste der Mann in dem eiskalten Schuppen auf einer Plastiksonnenliege schlafen. Um sich mit dem Nötigsten zu versorgen, soll ihm ein Kühlschrank und Grill zur Verfügung gestanden sein.

Anschuldigungen bestätigten sich
Bei der Razzia schienen sich die Aussagen des Mannes augenscheinlich zu bestätigen. Der leitende Ermittler Tony Byrne berichtete entsetzt: „Es ist eiskalt da drin, es gibt kein Bett. Es sind wirklich erbärmliche Zustände, in denen die Person in den letzten vier Jahren gelebt hat“, so Byrne gemäß britischer Medienberichte. „Im 21. Jahrhundert sollte niemand gezwungen sein unter so entwürdigenden und ekelhaften Bedingungen zu leben“. Der Mann aus Polen werde nun versorgt und gegen das Paar wird ermittelt.

Nachbar schockiert
Wie die „Sun“ berichtet, soll es sich bei der Mittäterin um eine Dozentin für Gesundheitswissenschaften an der Universität in Southampton handeln. Sie soll den Polen daran gehindert haben, mit seinen Nachbarn zu sprechen, und ihn gezwungen haben, Bauarbeiten und andere Haushaltsarbeiten auszuführen. Ein Nachbar berichtete Reportern der englischen Zeitung, er hätte immer wieder einen Mann gesehen, der auf dem Grundstück mit fünf Zimmern gearbeitet hatte. Das Grundstück hätte sich im letzten Jahr, seit die Bauarbeiten liefen, stark verändert. Den Mann habe er aber schon vorher dort gesehen. Der Nachbar erzählte schockiert: „Ich war einmal dort, vor ein paar Jahren. Sie leben hier seit mindestens 20 Jahren – sie waren wirklich nett, als ich dort war.“ Einmal habe er gesehen, wie der Arbeiter mit seinem Gärtner sprechen wollte, „und dann kam sie heraus und sagte ihm, er solle aufhören zu tratschen.“