Absturz einer Wartungsgondel fordert drei Tote in Nordhessen

An einem Sendemast in Nordhessen sind bei dem Absturz einer Wartungsgondel drei Menschen ums Leben gekommen. Diese teilte die Polizei mit.

Die Gondel stürzte nach ersten Erkenntnissen am Dienstag aus rund 50 Metern Höhe an der Sendeanlage „Hoher Meißner ab. Bisher ist die Ursache des Unglücks noch absolut unklar. Wie die Polizei weiter mitteilte, hat das Amt für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen. Es ist an der Unglücksstelle eine weiträumige Absperrung vorgenommen worden.

Die drei Toten sollen Mitarbeiter einer Turmbaufirma in Berlin gewesen sein. Der Sprecher der Polizei, Jörg Künstler, sagte: „Die Gondel ist wie bei einer Seilbahn schräg hoch zur Antenne gefahren, war nicht direkt am Turm befestigt. Das Seil, das schräg zum Turm gespannt war, soll durchgehangen haben.“ Gerissen sei es allerdings nicht.

Mehrere Menschen in der Nähe seien Zeugen des Unfalls geworden, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Vor Ort seien derzeit Notfallseelsorger, die sie betreuen.

„Hoher Meißner“ ist ein wichtiger Sendestandort des Hessischen Rundfunks

Es handelt sich bei dem „Sender Hoher Meißner“ um eine der wichtigsten Sendestandorte des Hessischen Rundfunks. Eine Firma war mit den Wartungsarbeiten beauftragt worden, wie der öffentlich-rechtliche Sender nach eigenen Angaben mitteilte. Erst am Freitag hätten die Arbeiten an der Sendeanlage begonnen.

Ende August hatte der Hessische Rundfunk mitgeteilt, dass an dieser Sendeanlage „Hoher Meißner“ eine neue Antenne installiert werden soll. Bis Mitte September sollten die entsprechenden Arbeiten gehen. Unklar ist bisher, ob der Unfall in einem Zusammenhang mit den Tätigkeiten standen.

Der Hohe Meißner selbst ist ein Mittelgebirge, dass rund 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis gelegen ist. 1955 wurde die Sendeanlage vom Hessischen Rundfunk in Betrieb genommen und besteht aus mehreren Masten.

„Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen“

Über Twitter teilte der Hessische Rundfunk seine Anteilnahme an dem Unglück mit: „Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der drei Arbeiter am Sender Hoher Meißner aufgenommen. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen.“