Deutschland drohen 100.000 Todesfälle durch Super-Keime

Sie sind so tödlich wie Grippe, Tuberkulose und HIV zusammen und sie sind auf dem Vormarsch.

Die OECD schlägt Alarm: Super-Keime sind auf dem Vormarsch. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet bis zum Jahr 2050 mit 2,4 Millionen Todesfällen allein in den wohlhabenden Ländern, rund 100.000 davon in Deutschland. Kleinkinder und ältere Menschen sind am meisten gefährdet.

Super-Keime sind resistent gegen Antibiotika. Wenn kein Antibiotikum mehr hilft, ist die Medizin nahezu machtlos gegen einen tödlichen Krankheitsverlauf. 2015 töteten Super-Keime allein in der EU mehr als 33.000 Menschen. Das berichteten Forscher in einer Studie im Fachblatt „The Lancet Infectious Diseases“. Die Experten sprechen deshalb davon, dass die Gefahr durch solche Killerkeime ebenso tödlich sei, wie die Grippe, Tuberkulose und HIV zusammen. Wenn die Verbreitung multiresistenter Erreger anhalte wie bisher, würden sie zur größten Gesundheitsbedrohung der Welt: „Selbst kleine Schnittwunden in der Küche, unbedenkliche chirurgische Eingriffe oder Erkrankungen wie Lungenentzündung könnten lebensbedrohlich werden“, warnen die Experten der OECD.

Reserve-Antibiotika verlieren Wirkung
Die Gefahr ist schon lange bekannt. Aber die OECD bestätigte jetzt Anzeichen, dass die Gegenmaßnahmen der Nationen verbessert werden müssen, um die Vermehrung von Super-Keimen zu verhindern. Selbst Reserve-Antibiotika schlagen in vielen Fällen nicht mehr an. In der Analyse heißt es: „In Europa wird sich das Vorkommen von Keimen, die gegen solche Reserveantibiotika resistent sind, im Zeitraum 2005 bis 2030 verdoppelt haben, wenn wir das nicht mit verstärkten Anstrengungen bekämpfen.“

Weniger Antibiotika, mehr Hygiene
Die OECD schlägt deshalb ein Maßnahmenpaket vor, um die Verbreitung von multiresistenten Keimen zu verhindern. Die Experten glauben, dass durch diese Maßnahmen 1,6 Millionen Menschenleben gerettet werden könnten. Als wichtigster Schritt gelte es, weniger Antibiotika in Umlauf zu bringen. Beispielweise sollten sie nur noch verschrieben werden, wenn sie wirklich gegen die aktuelle Erkrankung wirken. Bei Viren ist das nicht der Fall. Außerdem solle das Händewaschen gefördert werden und insbesondere in Krankenhäusern gelte es durch präventive Hygienemaßnahmen die Verbreitung von Super-Keimen zu verhindern.

Gesetz und Realität in Krankenhäusern
In Deutschland gibt es bereits strenge Hygienevorschriften, um die Verbreitung von multiresistenten Keimen in Krankenhäusern zu verhindern. Gemäß den Aussagen einer ehemaligen Krankenschwester die sich Mopo geöffnet hat, würden diese jedoch nicht immer eingehalten. Die Krankenschwester, die aus Frust ihren Job hingeschmissen hatte, behauptet, dass es an Personal und Zeit fehlen würde, um die strengen Hygieneregeln einzuhalten.